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Risiken und Schutzmaßnahmen im Internet – Straftaten im Internet, seelische Grausamkeiten

Dies ist ein Überblick, der Ihnen die Bandbreite des Themas „Straftaten im Internet, seelische Grausamkeiten“ veranschaulichen soll. Wenn Sie aber gleich zum umfassenden Themenkreis Risiken und Schutzmaßnahmen im Internet mit seinen vielen Stichworten gehen und dabei zusätzlich gute Links und Link- Beschreibungen mit Hilfe-Tipps und -Angeboten finden wollen, klicken Sie bitte hier

Darstellung von Kindesmissbrauch / Kinderpornographie

Die Verbreitung und der Handel mit Kinderpornographie ist eines der dunkelsten Kapitel des World Wide Webs. Es sind profitable internationale Netzwerke entstanden, die Kinder und Jugendliche grausamste Weise ausbeuten, oft mit lebenslangen Folgen für die Opfer. Das Wissen, dass der Missbrauch weltweit verbreitet wird, macht es diesen oft noch schwerer, die physischen und psychischen Auswirkungen zu verarbeiten.

Unter Kinderpornographie versteht man laut Gesetz die photorealistische Darstellung des Missbrauchs an Unter-14-jährigen Kindern, bei 14- bis 18-jährigen Opfern spricht man von Jugendpornographie. Auch die Darstellung unbekleideter Kinder in sexualisierten Posen gilt als kinderpornographischer Inhalt. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass dies auch für selbst-hergestellte Bilder gilt – es ist also z. B. auch illegal, entsprechende Selfies von Jugendlichen weiterzuleiten.

Wer kinderpornographische Inhalte im Netz entdeckt bzw. den sozialen Medien entdeckt, sollte diese auf jeden Fall melden. Jede Meldung kann helfen, Täterkreise zu ermitteln und Kinder zu schützen. Machen Sie sich bewusst, dass die abgebildeten Kinder real missbraucht wurden, und eventuell immer noch werden.

Sorgen Sie dabei aber unbedingt dafür, dass Sie sich nicht selbst strafbar machen: Schließlich ist schon der Besitz solcher Inhalte strafbar, auch wenn Sie eigentlich nur Beweismaterial „sicherstellen“ wollten. Speichern Sie daher die Bilder oder Videos (auch nicht als Screenshots) nicht auf Ihrem eigenen Computer oder Handy, und leiten Sie sie auf keinen Fall weiter.

Eine wichtige Anlaufstelle ist die Internetbeschwerdestelle. Hier können Sie fragwürdige Inhalte aus dem Internet, aus Foren, Chats, sozialen Medien oder Messengerdiensten melden – und zwar auch anonym. Jede Beschwerde wird geprüft, und gegebenenfalls an die Ermittlungsbehörden weitergeleitet. Zudem werden die Anbieter der jeweiligen Dienste kontaktiert, um die Inhalte zu löschen.

Sie können Kinder- und Jugendpornographie auch bei jeder Polizeidienstelle in Ihrer Nähe zur Anzeige bringen. Hier können Sie auch erfragen, ob und wie Sie gegebenenfalls Beweise sichern könnten.

Wenn Sie die Inhalte in den sozialen Medien wie z. B. Facebook, Instagram oder X entdeckt haben, können Sie sie außerdem über einen Meldebutton direkt beim Betreiber der jeweiligen Plattform melden, damit diese schnellstmöglicht entfernt werden können.

Eine wichtige Säule der Prävention von Kindesmissbrauch und -pornographie ist die Aufklärung.

Dies betrifft zum einen Kinder und Jugendliche selbst: Nicht nur müssen sie lernen, sich selbst im Internet und den sozialen Medien zu schützen. Sie müssen auch wissen, dass sie sich selbst strafbar machen, wenn sie solche Inhalte produzieren, besitzen oder verbreiten. Es passiert nämlich leider gar nicht so selten, dass entsprechende Photos und Videos im Freundeskreis herumgereicht werden oder unaufgefordert im Posteingang landen.

Zum anderen ist natürlich auch Aufklärung der Eltern und anderer Bezugspersonen nötig. Informieren Sie sich über aktuelle Sicherheitsmaßnahmen, um Ihre Kinder vor Straftäter*innen zu schützen – und vergessen Sie dabei nicht, dass Heranwachsende notorisch neugierig sind und diese Barrieren manchmal erstaunlich schnell überwinden. Das wichtigste ist – sprechen Sie mit Ihren Kindern und versuchen Sie, einen Überblick über deren Internet- und Social-Media-Konsum zu behalten. Ermutigen Sie ihre Kinder, bei fragwürdigen Kontakten zu Ihnen zu kommen.

Manchmal kommen Kinder und Jugendliche über das Netz mit entsetzlichen Grausamkeiten in Kontakt. Dies kann zu einer Traumatisierung führen, die nicht immer leicht erkannt wird. Auch hier sind die Erwachsenen gefragt, die Augen offen zu halten, und einen offenen Dialog zu ermöglichen.

Kinder und Jugendliche, die nicht wissen, an wen sie sich in solchen Fällen wenden können, sollten mit einer entsprechenden Beratungsstelle Kontakt aufnehmen, z. B. der Nummer gegen Kummer.

Cyberstalking / Cybermobbing / Revenge Porn

Im Zeitalter der sozialen Medien ist auch die Gewalt in der digitalen Welt ein großes Problem geworden, das lange Zeit von vielen unterschätzt und oft. auch von den Strafverfolgungsbehörden nicht ernst genug genommen wurde. In der vermeintlichen Anonymität des Internets fühlen sich die Täter:innen offenbar sicher; Hemmschwellen fallen, wenn das Gegenüber nicht real vor einem steht.

Nahezu jede Nutzerin und jeder Nutzer digitaler Kommunikationsmittel kann Opfer digitaler Gewalt werden. Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche, für die die sozialen Medien ein zentraler Bestandteil ihres Lebens sind. Aber auch Erwachsene können massiv attackiert werden, ebenfalls mit zum Teil gravierenden Konsequenzen. Frauen und Mädchen werden überproportional häufig mit sexualisierter digitaler Gewalt konfrontiert – sei es z. B. durch sexuelle Belästigung via Email und Privatnachrichten, durch das Veröffentlichen intimer Bilder und Videos („revenge porn“) oder auch z. B. durch Vergewaltigungsdrohungen.

Weitere Formen der digitalen Gewalt sind u. a. Cybermobbing, also Beleidigungen und Anfeindungen, das Verbreiten von Gerüchten, das Lächerlichmachen einer Person in den sozialen Medien, welches dann von anderen Usern aufgegriffen und multipliziert wird.

Auch sogenannte „shitstorms“ in den sozialen Medien können zu digitaler Gewalt werden, wenn sie sich nicht gegen den Inhalt des Gesagten richten, sondern die Person selbst angreifen. Oft gehen diese auch mit unverhohlenen Drohungen und Gewaltfantasien einher.

Von Cyberstalking spricht man, wenn das Opfer immer wieder gegen seinen Willen kontaktiert und beobachtet wird, oft mit wechselnden Accounts, um Blockierungen zu umgehen. Dabei kann der Übergang zum „realen“ Stalking fließend sein – schließlich kann der Täter/die Täterin auf diesem Wege vieles über das Opfer erfahren. Ebenfalls sehr bedrohlich ist das sogenannte „Doxing“, bei dem Daten wie Realname, Adresse oder Arbeitsstelle des Opfers öffentlich gemacht werden. Beim „Cybergrooming“ versuchen die Täter, sich das Vertrauen der minderjährigen Opfer zu erschleichen, um sie entweder online oder auch in der realen Welt sexuell zu missbrauchen.

Es ist sehr wichtig, sich und andere vor digitaler Gewalt zu schützen. Ein Faktor ist dabei der umsichtige Umgang mit den digitalen Medien und den eigenen Daten. Informieren Sie sich, wie Sie Ihre Daten und Geräte schützen können, achten Sie auf „Privacy“-Einstellungen der unterschiedlichen Online-Plattformen.

Eine Standard-Regel ist außerdem, Angreifern niemals persönlich zu antworten, sich nicht auf Gespräche einzulassen und sie schnellstmöglich zu blockieren – schließlich geht es ihnen um Ihre Aufmerksamkeit. Das heißt allerdings nicht, dass Sie die Attacke ignorieren sollten: Informieren Sie Freundeskreis und Familie, suchen Sie sich Unterstützung, um die Belastung besser meistern zu können, dokumentieren und melden Sie die Angriffe bei den jeweiligen Plattform-Betreibern. Informieren Sie sich außerdem über Ihre rechtlichen Möglichkeiten; spätestens bei konkreten Bedrohungen sollten Sie unbedingt die Polizei informieren. Neben diversen Informations- und Beratungsseiten im Internet können Sie sich auch bei digitaler Gewalt an das Hilfetelefon Gewalt an Männern wenden.

Identitätsdiebstahl

Phishing, Daten- und Identitätsdiebstahl hören sich zunächst relativ harmlos an, eher wie ein schlechter Scherz. Oft folgt ein böses Erwachen: Kriminelle haben in Ihrem Namen und auf Ihre Kosten im Internet eingekauft, Verträge abgeschlossen, Gelder von Ihrem Konto abgezogen und vieles Unerfreuliches mehr. All das nur, weil sie an Ihre persönlichen Daten herangekommen sind.

Wie sind die Kriminellen an Ihre Daten gekommen? Oft ist es im Nachhinein schwer nachvollziehbar. Es kann an Datenlecks bei Unternehmen liegen, bei denen Sie eingekauft haben, es kann sein, dass Sie in der Öffentlichkeit sorglos mit Ihren Daten umgegangen sind. Denn Identitätsdiebstahl kann auch ohne Internet und Telefon geschehen. Einfache Beispiele sind z. B.: Jemand schaut Ihnen über die Schulter, wenn Sie den PIN Ihrer Karte beim Einkaufen oder am Bankautomaten eingeben, oder sieht Ihr Passwort beim Einloggen am PC. Sie lassen Ihre Kreditkarte offen auf dem Hotel-Tresen liegen. Jemand stiehlt einen Brief Ihrer Bank aus Ihrem Briefkasten und liest die Kontonummer. Das sind zwar nur einfache Daten, aber spätest wenn diese mit Daten von Ihnen aus dem Internet kombiniert werden, haben Sie ein ernstes Problem.

Am häufigsten sind es Phishing-E-Mails und -Webseiten, auf die Sie arglos hereingefallen sind und Ihre persönlichen Daten wie Name, Adresse, Passwörter, Konto- und Kreditkartennummern und anderes eingegeben haben. Der Grund: Ihnen waren Merkmale, an denen Sie Phishing-Mails oft erkennen können, nicht geläufig. Dazu gehören: Seien Sie bei unbekannten Absendern besonders vorsichtig und verlieren Sie nicht die Besonnenheit, weil Sie ein Schnäppchen oder schwer zu findendes Produkt erspäht haben. Öffnen Sie dann unter keinen Umständen Links oder Anhänge. Andere Kriterien: Ist die Mail in gutem und fehlerfreiem Deutsch geschrieben? Wird Ihr Name genannt? Lassen Sie sich bei Mahnungen und Zahlungsaufforderungen durch kurze Fristen keinesfalls unter Druck setzen – wenn Ihnen das wichtig ist, rufen Sie unter der Ihnen bekannten Rufnummer bei dem Ihnen bekannten Anbieter an und fragen nach, die E-Mail-Adresse könnte gefälscht sein. Wenn ein Link Sie doch auf eine Webseite führt, seien Sie ebenfalls vorsichtig. Prüfen Sie, ob die Seite in gutem Deutsch geschrieben ist, ob sie mehrere Unterseiten hat, die verständlich sind und zu der Seite passen. Schauen Sie, ob das Impressum vollständig ist und ob der Anbieter telefonisch leicht zu erreichen ist. Zahlreiche weitere gute Vorschläge erhalten Sie auf den Webseiten der Verbraucherzentralen, des BITKOM sowie des BSI und der Polizei. Es gibt außerdem allgemeine gute Tipps: Geben Sie im Internet und in den sozialen Netzwerken keine Dinge preis, die Sie nicht auch Fremden auf der Straße erzählen würden. Sorgen Sie für regelmäßige Updates Ihres Systems und der Programme. Wechseln Sie regelmäßig Ihre Passwörter. Auch hierzu gibt es weitere gute Tipps auf den vorgenannten Webseiten.

Der Versuch, persönliche Daten zu stehlen, findet nicht nur im Internet, sondern auch am Telefon statt. Hier rufen Sie vermeintliche Microsoft-Mitarbeiter unter dem Vorwand an, etwas am System sei nicht in Ordnung. Um das zu beheben, bräuchten sie persönliche Daten von Ihnen. Microsoft und andere Telekommunikationsunternehmen würden niemals von sich aus bei Ihnen anrufen, sondern nur auf Anfrage. Die Kriminellen versuchen, Sie durch langes Reden mürbe zu machen. Reagieren Sie nicht darauf, sondern legen Sie sofort auf. Das sollten Sie auch tun, wenn die Betrüger noch einige Male anrufen. Wenn Sie Ihre Daten herausgeben, werden die Kriminellen Ihnen damit nicht nur im Internet schaden.

Was aber tun, wenn Sie doch Phishing-Opfer geworden sind? Zunächst einmal: Reagieren Sie schnell und sperren die betroffenen Konten. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Widersprechen Sie zügig eventuellen Mahnungen oder Zahlungsaufforderungen. Setzen Sie sich mit den Unternehmen in Verbindung, bei denen die Kriminellen Waren eingekauft oder Verträge abgeschlossen haben. Nutzen Sie hierfür eventuell den kostenlosen Musterbrief der Verbraucherzentralen. Auch hierzu finden Sie weitere gute Tipps auf den oben genannten Webseiten.

Noch zwei kleine Infos: Konten sperren lassen können Sie einzeln bei Ihrer Bank tun oder zentral über die Sperrnotrufnummer 116116. Sie sollten dann die jeweilige IBAN zur Hand haben. Einige Kreditkartenunternehmen sind dem Verbund nicht angeschlossen, Sie müssen also jede separat sperren lassen. Dies ist bei Mastercard Tel.-Nr. 0800 071 3542, bei VISA-Card: 0800 811 8440, bei American Express 069 9797 1000, bei Diners Club 069 900 150 135 oder 069 900 150 136 (alles ohne Gewähr). Anzeige erstatten können Sie bei jeder Polizeidienststelle, bei der Staatsanwaltschaft oder bei Gericht. In vielen Bundesländern können Sie Strafanzeige auch online erstatten. Auf der Seite des Bundeskriminalamts ist aufgelistet, um welche Webseiten es sich bei den Ländern handelt.

Sie sollten auch einen kleinen Beitrag fürs Internet verfassen und ihn einstellen, damit potenzielle Käuferinnen und Käufer vor diesem Shop gewarnt werden.

Gefahren beim Online-Banking

Online-Banking und bargeldloses Bezahlen ist aus dem Leben der Menschen in Deutschland nicht mehr wegzudenken, wird von den Geldinstituten / Finanzdienstleistern stark gefördert, ist aber auch für Cyberkriminelle eine große und lohnende Verlockung. Es wird geschätzt, dass bei jeder Online-Banking-Betrügerei die Kundinnen und Kunden um 4.000- 6.000 € gebracht werden. Allerdings werden unter Zuhilfenahme neuer Technologien innovative Sicherheitsverfahren entwickelt, die den Kriminellen das Leben erschweren.

Das Grundprinzip der Kriminellen ist einfach: Sie versuchen mit unterschiedlichen Maschen, in den Besitz Ihrer persönlichen und Bank-Daten zu kommen, damit auf Ihr Konto zuzugreifen und es leerzuräumen. Das kann z. B. durch gefälschte E-Mails (Phishing-Mails) geschehen, bei denen Sie auf einen Anhang klicken sollen, der eine Schadsoftware installiert, oder Sie Ihre Daten bestätigen sollen, um sie an die Betrüger weiterzuleiten. Möglich ist auch eine gefälschte Bank-Webseite, bei der Sie Ihre Daten beispielsweise für eine Überweisung eingeben, oder der Anruf einer angeblichen Amtsperson, die Sie unter einem Vorwand / wegen eines Notfalls nach Ihren Daten fragt und nicht abzuschütteln ist. Es kann auch sein, dass Sie ausgespäht werden, wenn Sie am Bankautomaten Geld abheben. Dies sind nur Beispiele, es gibt immer neue Varianten. Haben die Kriminellen erst einmal Ihre Daten, ist Ihr Geld auf dem Konto schnell verloren. Hilfreich kann sein, dass Sie bei Mails, deren Absender Ihnen unbekannt ist, niemals auf einen Anhang klicken, bei Webseiten von Banken mit merkwürdigen Namenszusätzen und -endungen misstrauisch sind und mit Ihren Daten an Bankautomaten sehr umsichtig umgehen und andere Personen bitten, Abstand zu halten. Sehr wichtig ist vor allem, dass Sie regelmäßig kurz nach Eingang Ihre Kontoauszüge intensiv prüfen und bei Buchungen, die Sie nicht verstehen, Ihr Geldinstitut anrufen.

Sind Sie doch Opfer geworden, sollten Sie sich umgehend bei Ihrem Geldinstitut melden. Liegt die Buchung erst wenige Tage zurück, kann sie vielleicht rückgängig gemacht werden – sperren sollten Sie Ihr Konto auf jeden Fall und Ihre Geräte auf Viren und ähnliches prüfen lassen. Ist das Institut nicht erreichbar, oder sind auch andere Konten betroffen, sollten Sie die Sperrnotrufnummer 116 116 anrufen und die Konnten sperren lassen. Die Nummer ist an allen Wochentagen 24 Stunden erreichbar. Zusätzlich sollten Sie Anzeige bei der Polizei erstatten.

Dies ist nur ein Ausschnitt der umfangreichen Infos, die es zum Thema Online- / mobiles Banking gibt. Gute und vertrauenswürdige Informationen finden Sie unter anderem auf den Webseiten des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnologie – BSI -, der Polizei sowie der Verbraucherzentralen. Sehr informativ ist auch die Webseite des Bundesverbands BITKOM, hier könnte Sie der Beitrag 4.2 Aktuelle Authentifikations- und Sicherheitsverfahren besonders interessieren.

Digitale Erpressung

Erpressung im digitalen Raum nimmt weiter zu. Vieles davon wäre für Privatpersonen vermeidbar, wenn sie einfache Vorsichtsmaßnahmen beachten würden: Nutzen Sie ein aktuelles Virenschutzprogramm. Halten Sie die Sicherheitsmaßnahmen an Ihrem PC oder Smartphone auf dem neuesten Stand, fahren Sie regelmäßige Updates bei Systemen und der Software. Öffnen Sie bei E-Mails keine Anhänge, die Ihnen unbekannt sind. Laden Sie keine Dateien / Webseiten herunter, die nicht eine Sicherheitszertifizierung wie https haben. Seien Sie mit der Weitergabe persönlicher Daten und Informationen sehr vorsichtig, auch und gerade in den sozialen Medien. Schon allein dadurch könnten Sie sich manches Unheil ersparen.

Bei Internet-Erpressung gibt es Varianten – allen gemein ist im Prinzip, dass Geld gezahlt werden muss, zum Teil in Bitcoins. Eine Variante ist, dass Sie beschuldigt werden, im Internet pornografische Bilder / Videos / Filme angeschaut zu haben. Man habe Beweise dafür, es wird gedroht, mit diesen Informationen an die Öffentlichkeit zu gehen, es z. B. in den sozialen Medien zu veröffentlichen. Das mag wahr sein oder nicht, Ihr PC oder Smartphone ist gehackt oder nicht.

Eine weitere Variante ist, dass Ihre Webseite gehackt, mit einer Schadsoftware infiziert wurde und gedroht wird, sie zu verändern, lahmzulegen oder zu löschen. Sie sollten regelmäßig Sicherheitskopien machen, das ist heutzutage bei der Kapazität der Speichermedien kein Problem und verhilft Ihnen dazu, mit derartigen Situationen gelassener umzugehen.

Eine dritte Möglichkeit ist, Ihre Webseite oder Ihr Netzwerk mit Anfragen zu überfluten und zum Zusammenbruch zu bringen, sodass Sie keine Anfragen oder Aufträge entgegennehmen können. Die Webseiten / Netzwerke großer Anbieter verfügen meist über hinreichend große Kapazität, um damit fertigzuwerden, bei lokalen Anbietern und Privatpersonen ist dies anders. Bei Privatpersonen ist diese Erpressungsart unwahrscheinlich, da der Aufwand zu groß wäre.

Eine vierte Möglichkeit ist das sog. Sextortion, ein Kunstwort, zusammengesetzt aus Sex und extortion – Erpressung. Diese Erpressungsvariante läuft im Prinzip folgendermaßen ab: Der Täter / die Täterin schleicht sich mit einem falschen Profil unter falschem Namen in ein Dating-Portal / ein soziales Netzwerk oder ähnliches ein, nimmt Kontakt zum Opfer auf und veranlasst es im weiteren Verlauf der vermeintlichen Online-Liebesbeziehung, pornografische Bilder / Videos von sich zu senden oder sexuell eindeutig vor der Webcam zu posieren. Der Täter / die Täterin droht, die so erlangten Bilder / Videos z. B. in den sozialen Medien zu veröffentlichen.

Was tun, wenn Sie Opfer einer digitalen Erpressung geworden sind? Die Polizei rät, keinesfalls auf Geldforderungen einzugehen, die Polizei einzuschalten und Anzeige zu erstatten. Zahlungen wären schon deshalb sinnlos, weil höchstwahrscheinlich weitere Forderungen folgen würden. Das Sichern von Beweismitteln spielt eine große Rolle, auch wenn es Ihnen peinlich ist, Dateien mit sexuellem Inhalt preiszugeben. Der Beweissicherung dienen auch Screenshots von Erpresserforderungen, Chatverläufe, Mails, Videos sowie andere Dateien, die mit der Erpressung zusammenhängen. Sind alle Beweise gesichert, beginnt das große Reparieren / Aufräumen der Schäden. Das und die Sicherung der Beweismittel sollten Sie nur tun, wenn Sie sich dazu technisch in der Lage fühlen, ansonsten sollte es durch fachkundiges Personal erfolge. Im Extremfall ist ein vollständiges Neuaufsetzen des Systems erforderlich.

Ihnen stehen die Hilfe- und Beratungsangebote zu, die es im Wesentlichen für alle Straftaten gibt. Opfer können viele Beratungs- und Unterstützungsmaßnahmen in Anspruch nehmen. Bei staatlichen Stellen ist dabei oft eine Anzeige Voraussetzung. Beratungsstellen gibt es viele, oft ganz in Ihrer Nähe. Ihre örtliche Polizeidienststelle wird Sie gern beraten und Sie gegebenenfalls an Stellen weiterleiten, die auf Ihr persönliches Problem spezialisiert sind. Die angebotenen Hilfen reichen je nach Tatbestand von Hilfetelefonen und reiner Beratung über finanzielle Unterstützung und Schadenersatz bis zu psycho-sozialer Betreuung bei Gerichtsverfahren.

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Weitere Stichworte zum Thema

In den Bereichen ‚Seelische Grausamkeiten‘ und ‚Diebstahl und Erpressung‘ finden Sie neben den hier beschriebenen noch folgende Stichworte:

  • Fake Shops
  • Fake Bewertungen
  • Straftaten anzeigen

Auch diese Stichworte werden ausführlich beschrieben. Sie finden dazu, wie bei allen Stichworten, kurz kommentierte Links.

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