Ich habe große Sorgen – wo finde ich vertrauenswürdigen Rat und Hilfe?

Lebenskrisen aller Art – Schwere körperliche und seelische Probleme

Dieser Überblick soll Ihnen die Bandbreite des Themas „Schwere körperliche und seelische Probleme“ mit Stichwörtern wie Krankheit, Behinderung, Trauer, Einsamkeit, Angst oder Suizidgedanken veranschaulichen. Wenn Sie aber gleich zum umfassenden Themenkreis Lebenskrisen aller Art mit seinen vielen Stichworten gehen und dabei zusätzlich gute Links und Link- Beschreibungen mit Hilfe-Tipps und -Angeboten finden wollen, klicken Sie bitte hier

Vorbemerkung und Inhalt der Seite

Die Stichwortbeschreibungen sind ein wesentlicher Bestandteil unserer Webseite. Mindestens ebenso wichtig sind die sorgfältig ausgewählten, seriösen Links mit den Linkzusammenfassungen. Wenn Sie sich umfangreicher informieren wollen, wäre es besser, wenn Sie gleich auf die Seite Lebenskrisen aller Art gehen würden. Hierfür klicken Sie oben bitte auf hier.

Hier eine Liste der Stichworte:

  • Angst
  • Einsamkeit
  • Trennung von der Partnerin / vom Partner
  • Auszug des Kindes / Trennung
  • Verlust der Heimat
  • Folgen eines großen Versagens / Fehlers
  • Trauer
  • Trauer um ein verstorbenes Kind
  • Trauer nach Suizid
  • Ich habe Suizidgedanken
  • Ich sorge mich um einen selbstmordgefährdeten Menschen
  • Eigene schwere Krankheit oder Behinderung
  • Ein nahestehender Mensch ist schwer krank oder behindert
  • Mein Kind ist schwer / chronisch krank oder behindert
  • Ich bin pflegebedürftig
  • Ein nahestehender Mensch ist pflegebedürftig
  • Mein / unser Kind ist pflegebedürftig.

Eigene schwere Krankheit und / oder Behinderung

Manche Menschen kommen mit schweren Krankheiten – ob plötzlich auftretend oder chronisch – und Behinderungen relativ gut zurecht, bei anderen führen diese zu schweren Lebenskrisen. Einige dieser Krisen gehen vorbei, andere begleiten den Menschen das ganze Leben. Wie lange sie dauern, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Bei einer Krebserkrankung z. B. kann die Krise bei einigen nach der Operation und der Therapie langsam abklingen, bei anderen sorgen die seelischen Belastungen der regelmäßigen Nachsorgeuntersuchungen (entwickelt sich wieder etwas Neues?) für ein längeres Andauern der Krise.

Sind Sie selbst von einer schweren Krankheit oder Behinderung betroffen, so stehen Ihnen neben den Therapien mehrere Möglichkeiten offen, um die Krise abzumildern: Einerseits zahlreiche Informationen, andererseits die mentale Betreuung und Unterstützungsmaßnahmen. Wenn Ihnen hilfreiche Menschen zur Seite stehen, sollten Sie sich fragen, welche Ratschläge und welche Hilfsangebote Sie annehmen. Bei den Hilfsangeboten ist es gut, eine Balance zwischen unnötiger Bescheidenheit (eventuell auch Scham) und der Überforderung der Helfenden zu finden. Sie sollten besonders darauf achten, dass Kinder und Jugendliche, die Sie sehr lieben, sich nicht überfordern.

Die Informationen sollten Sie sorgfältig und mit gesundem Menschenverstand auswählen – es gibt viele unseriöse Infos und Unternehmen, die ausschließlich gewinnorientiert sind und dies unter einem Wohltätigkeitsmantel verbergen. Erhalten Sie einen Rat von Angehörigen und Bekannten, den Sie nicht annehmen wollen, ist eine freundlich Ablehnung am besten. Es ist menschlich, dass dies nicht immer gelingt – dann ist eine spätere (auch eine viel spätere) Entschuldigung gut. Manchmal wird auch ein Dankeschön für die Helfenden vergessen, auch das kann man später nachholen.

Oft ist eine Psychotherapie für die Herstellung des seelischen Gleichgewichts notwendig. Wenn Sie darauf aus Ihrem Familien- oder Bekanntenkreis angesprochen werden, sollten Sie dies sorgfältig prüfen – häufig ist in solchen Krisensituationen die Wahrnehmung von Vertrauenspersonen besser als die eigene.

Sie sollten sich auch nicht scheuen, Krisentelefone wie die Telefonseelsorge oder andere Beratungs- und Anlaufstellen zu nutzen. Selbsthilfegruppen bieten ebenfalls eine gute Möglichkeit, Ihre Sorgen ähnlich Betroffenen mitzuteilen und sich mit ihnen über Erfahrungen auszutauschen. Auf den Webseiten der NAKOS und der BAG Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung finden Sie hierfür gute Adressen.

Es kann sein, dass Sie durch die schwere Krankheit oder Behinderung Probleme am Arbeitsplatz haben oder arbeitslos geworden sind. Hierüber sollten Sie mit der Arbeitsagentur sprechen, die viele Hilfsmöglichkeiten anzubieten hat, z. B. Eingliederungshilfen oder Unterstützung bei Umschulungsmaßnahmen. Wenn Sie einen Arbeitsplatz und dort Probleme haben, hat meist der Betriebsrat (wenn es den gibt) oder die zuständige Kammer (z. B. Handels- oder Handwerkskammer) ein offenes Ohr für Sie.

Vielfach haben Sie durch lange Erkrankungen oder Behinderung auch finanzielle Einbußen, die die Krise noch verschärfen. Die staatlichen Leistungen wie Hilfe zum Lebensunterhalt und das Bürgergeld sichern allerdings nur das Existenzminimum. Wenn noch nicht geschehen, sollten Sie einen Schwerbehindertenausweis beantragen, dadurch können Sie eventuell Steuern sparen. Möglicherweise kommt auch ein Pflegegrad für Sie infrage, dieses sollten Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin besprechen.

Wenn Sie noch keine Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht haben, sollten Sie sich darum kümmern. Dies hilft Ihnen zwar in der aktuellen Krise nicht, könnte aber für Sie und Ihre Angehörigen in einer neuen Krise sehr hilfreich sein.

Ich bin/werde pflegebedürftig

Eigene Pflegebedürftigkeit führt bei den meisten Menschen zu Einschnitten ins bisherige Leben. Sie kann schleichend (z. B. durch fortschreitendes Alter) oder von einer Stunde auf die andere entstehen (z. B. durch Schlaganfall oder Unfall). Sie kann ein Leben lang währen oder nur für einen beschränkten Zeitraum, wenn z. B. Reha oder Therapien erfolgreich sind. Sie kann den Geist, die Seele und den Körper betreffen, oft in einer Kombination.

Ob Sie Ihre Pflegebedürftigkeit als Lebenskrise empfinden, hängt einerseits von Art und Umfang ab, andererseits davon, wie Sie sich darauf einstellen können, wie Sie damit umgehen. Pflegebedürftigkeit ist z. B. oft mit der Behandlung sensibler Körperteile verbunden, und es ist die Frage, ob Sie dabei Scham empfinden. Für die künftige Lebensqualität ist ebenfalls maßgeblich, wie Sie mit Alleinsein und dem Verlust bisheriger Freizeitaktivitäten zurechtkommen, ob Sie sich Neuem öffnen können. Wenn Sie sich nur auf den halbleeren Teil des Bechers konzentrieren, fallen Sie in ein tiefes Loch.

Die Pflegebedürftigkeit ist nicht nur für Sie selbst ein großer ungewollter Lebenseinschnitt, sondern oft auch für die Angehörigen. Letztlich müssen alle Aktionen darauf ausgerichtet sein, die Krise sowohl für die zu pflegende Person als auch für die Angehörigen nicht zu groß werden zu lassen. Wünschenswert ist eine Balance, die für Sie ein akzeptables, würdiges und selbstbestimmtes Leben ermöglicht und eine psychische, finanzielle und körperliche Überforderung Ihrer Angehörigen vermeidet. Daran sollten Sie als Pflegebedürftige/r im eigenen Interesse immer denken

Sinnvoll könnte es hierfür sein, sich über die verschiedenen Möglichkeiten der Pflege zu informieren. Dies ist im Internet u.a. auf zahlreichen guten Seiten des Gesundheitsministeriums, der Verbraucherzentralen sowie des beta-Instituts möglich. Diese Infos sollten Sie oder eine Vertrauensperson in einem Gespräch in einer Beratungsstelle in Ihrer Nähe vertiefen; wenn dies wegen des plötzlichen Eintretens der Pflegebedürftigkeit nicht geschehen kann, sollte es später nachgeholt werden, um die Krise durch verpasste Möglichkeiten nicht noch zu verschärfen – es kann Alternativen geben, die Sie vielleicht bisher nicht kannten, z. B. Pflege-WGs. Für die Änderung einer Entscheidung ist es nie zu spät.

Es mag auch sein, dass Sie über Ihre Situation verzweifelt sind und darüber mit Unbeteiligten sprechen möchten. Hier bieten sich Hilfetelefone wie die Telefonseelsorge oder Selbsthilfegruppen an. Eine gute Übersicht über Selbsthilfegruppen finden Sie z. B. auf der NAKOS-Webseite.

Die Leistungen der Pflegeversicherung erbringen neben anderen Hilfsmöglichkeiten einen erheblichen Beitrag zur Linderung Ihrer Krise. Es gibt zum einen Geldleistungen, das Pflegegeld, mit dem Sie und Ihre Angehörigen die Pflege selbstbestimmt und in eigener Verantwortung organisieren können. Daneben gibt es die Sachleistungen, die zum Teil z. B. für die Leistungen der ambulanten Pflegedienste, der Pflege in Einrichtungen und Hilfsmittel aufkommen. Zusätzlich gibt es – vielfach unbekannt – Zuschüsse zur Anpassung der Wohnung an die Pflegebedürftigkeit. Die Kombination von Geld- und Sachleistungen ist möglich.

Was die Präferenzen der Pflegebedürftigen betrifft, so lebt die überwiegende Zahl im eigenen Haushalt und möchte dies noch möglichst lange tun. Wenn Sie bisher allein gelebt haben, ist das je nach Art und Umfang der Pflegebedürftigkeit eventuell weiter möglich, vorausgesetzt, die Wohnung ist dafür geeignet. Für nötige Umbauten können Sie eventuell Zuschüsse der Pflegekasse erhalten. Ansonsten können Sie Ihr Leben mit Hilfe von Essen auf Rädern, dem Hausnotruf und Dienstleistungen der Pflegedienste weiterführen. Sie müssen aufpassen, dass Sie nicht schleichend vereinsamen.

Die Pflege zu Hause erfolgt vielfach durch Angehörige, oft von Pflegediensten unterstützt. Einen erheblichen Teil der Pflegekosten trägt die Pflegekasse. Die Höhe der Leistungen hängt vom Pflegegrad ab. Oft reicht die Summe für die gesamte Pflege nicht aus, Sie und Ihre Angehörigen müssen entscheiden, was sie selbst und was die Pflegedienste machen.

Viele Angehörige Pflegebedürftiger möchten die Pflege weitgehend selbst übernehmen und überschätzen dabei auf Dauer ihre psychischen und körperlichen Kräfte. Sie nutzen die ihnen zustehenden Hilfsmöglichkeiten nicht und verursachen durch die eigene Überforderung eine eigene schwere Lebenskrise. Darauf müssen Sie als Pflegebedürftige ein Auge haben, auch wenn es unbequem ist und Sie es lieber so weiterlaufen lassen würden. Möglichkeiten wären z. B. die Inanspruchnahme der Familienzeit, die kostenlose Teilnahme an Pflegekursen oder ein Urlaub / eine Kur (die Pflegekasse zahlt für die Verhinderungspflege). Eine Entlastung bringt auch die Tages- oder Nachtpflege. Sie kann für Ihre Angehörigen einige Stunden Entlastung bringen und Ihnen eine stärkere Teilnahme am sozialen Leben ermöglichen. Wenn solche Angebote nicht in Anspruch genommen werden, wird häufig vergessen, dass nur fitte Angehörige Pflegebedürftige gut betreuen können.

Je nach Art und Umfang der Pflegebedürftigkeit haben Sie ohnehin schon genug Probleme. Dazu gehören chronische Schmerzen, die Ihre Krise noch verschlimmern, wenn sie unzureichend behandelt werden. Selbsthilfegruppen können hier wertvolle Tipps geben. Psychische Belastungen wie Depressionen und Einsamkeit erschweren vielen Pflegebedürftigen das Leben sehr. Hier sind die Angehörigen aufgerufen, dies zu bemerken und Ihnen zur Seite zu stehen. Einen guten Beitrag hierzu finden Sie auf der Webseite der Unfallkasse NRW.

Der Umzug in ein Pflegeheim – eine meist bittere Entscheidung und Verschärfung oder Beginn einer schweren Krise. Sie ist oft verbunden mit dem Verlust oder Tod der Partnerin oder des Partners. Häufig wird der Heimaufenthalt auch nach einer schweren Erkrankung nötig, wenn selbst eine Kurzzeitpflege nicht mehr ausreicht. Teils besteht ein immenser Zeitdruck – schnell, gut und ausführlich beraten lassen können Sie sich dann auf der Seite der BIVA oder in einer Pflegeberatungsstelle in Ihrer Nähe. Vergessen werden sollte nicht, dass, wenn der Zeitdruck zu groß und die Heimwahl nicht optimal war, ein späterer Wechsel des Heims möglich ist. Dies kann immer sein, wenn die Interessen der Betroffenen in Bezug auf Lage, Ausstattung und der Freizeitinteressen nur unzureichend berücksichtigt wurden.

Die von der Pflegekasse erstatteten Pflegeleistungen hängen vom Pflegegrad ab (2: gut 750€, 5: gut 2.000€). Es ist ein erheblicher Eigenanteil zu leisten. Wenn die eigenen Mittel für die Leistung des Eigenanteils nicht ausreichen, können gegebenenfalls die engsten Angehörigen herangezogen werden. Daneben gibt es andere Zuschussmöglichkeiten, über die Sie sich am besten bei einer Pflegeberatungsstelle informieren. Dies gilt auch für andere formale Regelungen (z. B. für pflegebedürftige Menschen mit Behinderung), die manchmal nicht leicht zu durchschauen sind.

Möglicherweise werden Sie unter diesen finanziellen Gesichtspunkten den bisherigen Standard der Wohnqualität in Heimen nicht erreichen. Ein Vorteil im Heim kann allerdings sein, dass Sie dort mehr soziale Kontakte haben als in der eigenen Wohnung.

Wenn Sie aber zu große Unzulänglichkeiten empfinden, sollten Sie dies auch deutlich ausdrücken. Geeignete Stellen finden Sie auf der Webseite beschwerdestellen-pflege.de .

Angst

Angst erlebt wohl jeder Mensch mehrfach im Leben. Wenn sie nicht zu häufig auftritt, kann sie in verschiedenen Formen etwas sehr Nützliches sein: Sie versetzt den Körper bei drohender Gefahr in erhöhte Alarmbereitschaft und ermöglicht es ihm, schnell zu reagieren; sie kann aber auch zukunftsgerichtet sein, zum Beispiel bei Sorgen und Ängsten um Familie und Beruf – dann sorgt sie für erhöhte Vorsicht.

Bei manchen Menschen dominiert sie allerdings ohne größeren Anlass über längere Zeit das gesamte Leben. Man spricht dann im Gegensatz zu anlassbezogenen Ängsten, die sich meist nach Wegfallen des Anlasses geben, von generalisierten Angststörungen, bei denen eine Behandlung notwendig ist. Solche Menschen haben vor allem und jedem Angst.

Die Ursachen generalisierter Angststörungen sind noch nicht vollständig erforscht. Sie können zum Beispiel auch ohne erkennbaren Anlass auftreten, Häufig sind sie allerdings durch schwere psychische Belastungen und Traumata bedingt, zum Beispiel durch schwere familiäre Probleme oder eine sehr starke Arbeitsbelastung.

Für eine Behandlung oder zumindest Linderung nennt das Portal gesund.bund.de vier Möglichkeiten: Zum einen psychologische oder psychotherapeutische Behandlung, zum Beispiel die kognitive Verhaltenstherapie, bei der man lernt, mit seinen Gefühlen und Ängsten besser umzugehen. Eine andere Möglichkeit sind Entspannungsübungen, z.B. autogenes Training. Eine medikamentöse Behandlung besteht oft aus Antidepressiva, vielfach kommen auch Beruhigungsmittel wie Baldrian zum Einsatz (dauerhafte schnelle Erfolge sind allerdings – wenn überhaupt – nicht zu erwarten). Schließlich können auch Selbsthilfegruppen hilfreich sein, bei denen Erfahrungen ausgetauscht werden, man sich aussprechen und zusätzliche Infos sammeln kann. Die Grenzen zwischen normalen Ängsten und generalisierten Angststörungen können fließend sein. Die vorgenannten Therapien können deshalb auch bei gewöhnlichen Ängsten hilfreich sein.

Häufig ist es so, dass bei gravierenden Angstzuständen kein Arzt / keine Ärztin aufgesucht wird, obgleich es sinnvoll und nützlich wäre. Hier könnten vielleicht Angehörige oder gute Bekannte einen Anstoß geben. Mittlerweile gibt es für die Behandlung von Angststörungen auch Online-Angebote, teilweise auf Rezept. Sie sollten allerdings sorgfältig in Bezug auf ihre Seriosität geprüft werden – fragen Sie Ihren Arzt / Ihre Ärztin.

Einsamkeit

Das Gefühl der Einsamkeit kann Menschen in allen Lebensphasen treffen, vom Kindes- bis ins hohe Alter. Die Ursachen sind unterschiedlich: Sie reichen vom Verlust geliebter Menschen durch Tod, Trennung, Umzug oder aus anderen Gründen über Mobbing in der Gruppe, im Beruf, im sozialen Umfeld oder im Heim bis zur Selbstisolation durch unbedachte oder bewusste Äußerungen oder Handlungen. Oft bricht ein Kontakt ohne offensichtlichen Grund einfach ab; dies geschieht besonders häufig im jüngeren oder mittleren Lebensalter, wenn die Interessen und Lebensumstände stark auseinandergehen. Schlechte Erfahrungen mit dem sozialen Umfeld können ebenfalls der Grund für Vereinsamung sein. Bei Seniorinnen und Senioren tritt Einsamkeit verstärkt auf, bedingt durch den Tod oder Krankheiten (z. B. Demenz, Schlaganfall) von Familienangehörigen und Bekannten oder den Umzug aus dem gewohnten sozialen Umfeld, z. B. in ein Heim.

Das alles führt verstärkt zum Gefühl des Alleingelassen-Werdens. Manchmal ist dieses Gefühl nur vorübergehend. Gefährlich wird es, wenn es chronisch wird. Einsamkeit kann krank machen.

Gegen den Tod kann niemand etwas ausrichten. Bei den anderen beschriebenen Fällen ist dies meist nicht der Fall: Ein Selbst-aktiv-werden ist dringend nötig, um nicht weiter in den Rückzug und die soziale Isolation zu verfallen. Überstürzen Sie nichts, aber jeder Kontakt ist dann nützlich, mag er noch so banal sein. Ein freundliches Guten Tag hilft oft schon, das Eis zu brechen. Gehen Sie den Weg aus der Isolation gelassen und mit kleinen Schritten an, z. B. mit einem lockeren Gespräch mit Fremden auf einer Parkbank, im Fitness-Center oder einem Café. Falls Sie große Schwellenängste haben, ist auch ein Kontakt im Internet eine gute Option, z. B. ein Chat. Jeder freundliche Kontakt bringt Sie weiter.

Es wäre dabei auch gut, ein wenig in sich zu gehen und sich zu fragen, ob sich in der Einsamkeit bei Ihnen nicht für Fremde unangenehme Angewohnheiten verfestigt haben, z. B. auf alles und jedes zu schimpfen. Gute Freunde oder Freundinnen, die auf eventuelle eigene Fehler oder Versäumnisse hinweisen, sind dann sehr wertvoll.

Einige Möglichkeiten unter vielen, aus der Einsamkeit auszubrechen, finden Sie nachstehend. Viele weitere gute Vorschläge finden Sie im Internet. Die kleinen Tipps haben allerdings nur Wert, wenn Sie selbst auf Menschen zugehen, sie ansprechen und nicht darauf warten, dass diese Kontakt zu Ihnen aufnehmen:

Gute Chancen, neue Bekannte zu finden, haben Sie z.B. auf Flohmärkten, Veranstaltungen oder in Bürgerinitiativen. Oder treten Sie einem Verein bei. Vielleicht engagieren Sie sich ehrenamtlich, z.B. in der Jugendarbeit oder bei gemeinnützigen Einrichtungen.

Vielleicht haben Sie auch Lust, Ihren Horizont zu erweitern: Viele Volkshochschulen (VHS) bieten attraktive Angebote zur Allgemein- und Weiterbildung auf Spezialgebieten an. Freude macht auch, Kontakte in der Nachbarschaft zu knüpfen und zu fragen, wo man eventuell helfen kann. Aber auch die Teilnahme an einer Sport- oder Gymnastikgruppe kann Spaß machen und helfen, aus der sozialen Isolation auszubrechen. Das kann auch für die Teilnahme an einer kleinen Gruppenreise gelten.

Ganz gleich, ob Sie einem dieser Vorschläge folgen oder andere Möglichkeiten wählen – Sie werden feststellen: Sie sind keinesfalls allein!

Trauer

Die Ursachen für Trauer sind vielfältig: Meist handelt es sich um den Verlust eines geliebten Menschen. Gründe für Trauer können aber auch vertane Lebensträume, das endgültige Scheitern sehnlichst erhoffter Zukunftsperspektiven oder ein anderes großes Unglück sein. Trauer ist verbunden mit starken Gefühlen, die manchmal überwältigend sein können. Nicht selten fühlen sich trauernde Menschen von ihrer Umwelt nicht verstanden oder allein gelassen. Zu der Traurigkeit kommen oft auch Gefühle der Einsamkeit und Verzweiflung, manchmal sogar Wut. All diese Gefühle sind normal, aber dennoch nicht immer leicht zu ertragen. Es kann helfen, sich mit Menschen auszutauschen, die Ähnliches erlebt haben.

Jeder Mensch hat seine eigene Art, zu trauern. Es ist wichtig, sich die Zeit zu lassen, die Sie brauchen. Wenn Trauer allerdings über einen sehr langen Zeitraum anhält und Ihr Leben bestimmt oder wenn Sie sich über einen langen Zeitraum wie „taub“, vom Leben abgekapselt fühlen, sollten Sie sich professionelle Beratung und eventuell therapeutische Hilfe suchen. Beratungsstellen und Hilfstelefone können bei der Suche nach geeigneter Therapie behilflich sein.

Trauer um ein verstorbenes Kind

Wenn ein Kind stirbt, brechen Welten zusammen. Oft fühlen sich Eltern, Geschwister und auch Großeltern allein in ihrer Trauer; es fühlt sich an, als könnte niemand auf der Welt ihren Schmerz in seiner Tiefe verstehen. Das eigene Umfeld mag sich bemühen und ehrliche Unterstützung anbieten, reagiert aber oft auch sprach- und hilflos.

Jeder Mensch trauert auf seine eigene Weise und braucht seine eigene Zeit, um wieder ins Leben zurückzufinden. Auch wenn nichts wieder so sein wird, wie zuvor – es kann sehr helfen, sich mit Menschen auszutauschen, die Ähnliches erlebt und empfunden haben, zum Beispiel in Selbsthilfegruppen. Professionelle Hilfe bei der Trauerarbeit bieten unter anderem Beratungsstellen und Therapeut:innen. Diese kann insbesondere auch für trauernde Geschwisterkinder sehr wichtig sein.

Trauer nach Suizid

Wenn ein nahestehender Mensch sich das Leben nimmt, leiden die Hinterbliebenen oft neben der eigentlichen Trauer unter einer Vielzahl tiefer und zehrender Emotionen. Da ist die quälende Frage nach dem ‚Warum‘ – und die Frage, ob der Suizid in irgendeinerweise hätte verhindert werden können. Diese Fragen werden oft auch vom Umfeld an die Betroffenen herangetragen, und können in der Regel kaum beantwortet werden. Viele Hinterbliebene leiden unter Schuldgefühlen – oder auch Schuldzuweisungen. Manchmal mischt sich auch große Wut in die Trauer – das Gefühl alleingelassen und verletzt worden zu sein. Hinzu kommt, je nach Familiensituation, die Sorge um trauernde Kinder oder jugendliche Geschwister des Suizidopfers.

Jeder Mensch hat seine eigene Art zu trauern, und auch für die Dauer der Trauer gibt es keine Regel. Vielen hilft es, sich mit Menschen auszutauschen, die ähnliches durchleben mussten. Auch wenn manchmal eine Periode des Rückzugs guttun mag – Trauer ist eine tiefe Verletzung, die man nicht in sich einschließen sollte. Achten Sie auf sich und die, die mit Ihnen trauern – machen Sie Gesprächsangebote und nehmen Sie diese auch an.

Wenn es Ihnen sehr schwerfällt, sich zu öffnen – vielleicht, weil Sie fürchten, die anderen mit Ihrem eigenen Schmerz zu überlasten, oder wenn Sie niemanden haben, an den Sie sich wenden können – kann Ihnen vielleicht der Austausch in einer entsprechenden Selbsthilfegruppe helfen. Ein erster Schritt kann es auch sein, sich bei einer Telefonberatung auszusprechen – z. B. bei der Telefonseelsorge.

Es ist wichtig, dass Sie sich Zeit lassen, und dass Sie Ihre Gefühle zulassen. Wenn aber die Trauer über einen sehr langen Zeitraum Ihr Leben bestimmt, Sie sich verzweifelt fühlen, oder ‚taub‘ und wie abgekapselt von der Welt, sollten Sie sich unbedingt professionelle Beratung und gegebenenfalls therapeutische Hilfe suchen. Auch wenn Sie sich große Sorgen um ein anderes trauerndes Familienmitglied machen, sollten Sie sich an eine Beratungsstelle oder ein Hilfetelefon wenden.

Ich habe Suizidgedanken

Suchen Sie sich unbedingt Beratung, wenn Sie an Selbstmord denken. Auch wenn Sie das Gefühl haben, keiner würde Sie verstehen – es gibt Hilfe, und der erste Schritt ist, über diese Gedanken und Gefühle zu sprechen. Notruftelefone wie die Telefonseelsorge stehen rund um die Uhr zur Verfügung. Hier nimmt man Sie ernst, hört zu und hilft weiter. Mithilfe von Suchmaschinen können Sie Beratungsstellen in Ihrer Nähe finden, wo Sie im persönlichen Gespräch beraten werden. Und natürlich können Sie sich an Ihren Hausarzt/Ihre Hausärztin wenden. Bei akuten Suizidgedanken, wenn Sie der Gedanke an Selbstmord nicht mehr loslässt, ist es wichtig, SCHNELL Hilfe zu suchen. Auch wenn es sich im Moment nicht so anfühlt – Sie können diese Notsituation überwinden. Sie sind nicht alleine, und es ist vollkommen in Ordnung, Hilfe anzunehmen. Sie können den Notruf 112 anrufen, oder Sie wenden sich an ein Krankenhaus bzw. eine psychiatrische Einrichtung in Ihrer Nähe – in den Notfallaufnahmen finden Sie rund um die Uhr Hilfe, wenn Sie dort angeben, dass Sie an Selbstmord denken.

Weitere Stichworte zum Thema

In den Bereichen ‚Schwere Krankheit – Behinderung – Pflege‘ – ‚Angst – Einsamkeit – Verlust – Trauer‘ sowie ‚Suizidgedanken‘ finden Sie neben den hier beschriebenen noch folgende Stichworte:

  • Ein nahestehender Mensch ist sehr krank / behindert
  • Mein Kind ist schwer krank/chronisch krank/behindert
  • Ein nahestehender Mensch ist pflegebedürftig
  • Mein Kind ist pflegebedürftig
  • Trennung von der Partnerin/dem Partner
  • Auszug des Kindes/Trennung vom Kind
  • Verlust der Heimat
  • Ich sorge mich um einen selbstmordgefährdeten Menschen

Auch diese Stichworte werden ausführlich beschrieben. Sie finden dazu, wie bei allen Stichworten, kurz kommentierte Links.

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