Ich habe große Sorgen – wo finde ich vertrauenswürdigen Rat und Hilfe?

Kinder und Jugendliche – Rund um Sexualität und Liebe

Dies ist ein Überblick, der dir die Bandbreite des Themas „Rund um Sexualität und Liebe“ veranschaulichen soll. Wenn Du aber gleich zum umfassenden Themenkreis Kinder und Jugendliche mit seinen vielen Stichworten gehen und dabei zusätzlich gute Links und Link- Beschreibungen mit Hilfe-Tipps und -Angeboten finden wollen, klicke bitte hier

Aufklärung

Liebe, Sexualität, Partnerschaft, Verhütung – spätestens, wenn sich der eigene Körper in der Pubertät verändert, stellen sich viele Fragen. Es gibt keinen Grund, sich zu schämen, schließlich geht das allen Menschen so – aber viele Kinder und Jugendliche trauen sich dennoch nicht, offen über manche dieser Themen zu sprechen, oder wissen nicht, an wen sie sich wenden sollen. Wenn es dir so geht, dann ist es ganz wichtig, dass du dir vertrauenswürdige Informationsquellen oder Gesprächspartner/-innen suchst.

Das Internet ist leider voll von falschen oder unvollständigen Informationen, z. B. auf Frage-und-Antwort-Portalen oder in unmoderierten Foren und Chats. Das kann manchmal sogar gefährlich sein, schließlich geht es um deinen Körper und deine Gesundheit. Den hier aufgelisteten Portalen z. B. von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung oder pro familia kannst du vertrauen. Du kannst dich auch an die Nummer gegen Kummer wenden, wenn du eine vertrauliche Telefonberatung suchst. Außerdem gibt es in vielen Städten Beratungsstellen für Kinder und Jugendliche, an die du dich wenden kannst – diese kannst du zum Beispiel mit den Suchmaschinen auf loveline.de oder Liebesleben.de finden.

Sexuelle Selbstbestimmung

Alle Menschen haben ein Recht auf sexuelle Selbstbestimmung, und das gilt auch für dich. Niemand darf dich zu sexuellen Handlungen zwingen. Du hast außerdem das Recht, deine Sexualität zu leben, wobei es zum Schutz von Kindern und Jugendlichen bestimmte Altersbeschränkungen gibt. Du hast das Recht auf vertrauliche Beratung und medizinische Behandlung, das Recht über Verhütungsmittel informiert und vor Gewalt geschützt zu werden

Verhütung

Es gibt viele verschiedene Formen der Verhütung, und sie haben alle eine Gemeinsamkeit: Sie funktionieren nur dann zuverlässig, wenn man sie richtig anwendet. Es ist wichtig, dass du dich selbst informierst, und zwar aus verlässlichen Quellen. Verhütung geht euch beide an! Verlass dich nicht darauf, dass dein Partner oder deine Partnerin schon wissen wird, was zu tun ist. Und höre nicht auf Gerüchte oder irgendwelche ungeprüften Aussagen aus dem Internet. Du hast übrigens ein Recht darauf, dich über Verhütung zu informieren, d. h. du darfst auch ohne Wissen deiner Eltern zum Arzt/zur Ärztin oder zu einer Beratungsstelle gehen.

Geschlechtskrankheiten / Safer Sex

Wissen schützt – informiere dich über Gesundheitsrisiken und Safer Sex. Und wenn du den Verdacht hast, dich mit einer Geschlechtskrankheit angesteckt zu haben, geh zum Arzt/zur Ärztin und lass dich untersuchen. Zuständig sind Fachärzte/Fachärztinnen für Frauenheilkunde, für Urologie oder für Haut- und Geschlechtskrankheiten. Verlass dich bitte nicht auf Ratschläge aus dem Internet. Sie ersetzen keine Diagnose und Behandlung! Der Gang zum Arzt/zur Ärztin muss dir nicht peinlich sein, es ist ihr Beruf, diese Krankheiten ernstzunehmen und zu behandeln, und sie haben jeden Tag viele Patienten/-innen wie dich. Wenn du aus Scham den Arztbesuch aufschiebst, gefährdest du nicht nur dich selbst, sondern auch deinen Partner/deine Partnerin.

Eifersucht

Wir alle haben wohl schon einmal Eifersucht empfunden – das ist völlig normal. Wir alle möchten, das eine geliebte Person Zeit für uns hat und uns Aufmerksamkeit schenkt, und wohl jede/r hat ein wenig Angst davor, für jemand anderen verlassen zu werden. Das gilt nicht nur für Liebesbeziehungen, sondern gerade unter jungen Menschen oft auch bei engen Freundschaften. Diese Gefühle sind nicht falsch – es ist allerdings wichtig, wie du mit ihnen umgehst.

Manchmal ist die Eifersucht begründet – sei es, dass der oder die andere fremdgegangen ist oder auch, dass du dich zu Recht vernachlässigt und alleingelassen fühlst, da immer andere im Vordergrund stehen. Dann werdet ihr euch damit auseinandersetzen müssen, ob ihr trotzdem zusammenbleiben wollt, oder ob es besser ist, einander loszulassen. Auf jeden Fall solltet ihr euch aussprechen, und du solltest zu deinen Gefühlen stehen.

Oft ist Eifersucht aber auch unbegründet – und das kann sehr problematisch werden und sogar eure Liebe oder Freundschaft zerstören. Niemand möchte kontrolliert und beobachtet werden oder sich für alles rechtfertigen müssen.

Wenn deine Eifersucht sehr stark ist, dich vielleicht sogar sehr wütend macht, solltest du dich fragen, woher sie eigentlich kommt. Übertriebene Eifersucht ist kein Liebesbeweis. Sie hat hingegen viel mit mangelndem Vertrauen und oft auch mit großer Unsicherheit oder einem geringen Selbstwertgefühl zu tun. Gibt es einen Grund, warum du nicht vollständig vertraust? Vielleicht hast du dich in der Vergangenheit von jemand anderem verlassen oder hintergangen gefühlt? Versuche diese Gefühle anzusprechen, und gemeinsam eine Lösung zu finden. Es ist wichtig, dass du dir klarmachst, dass du liebenswert bist – und das der oder die andere dich nicht einfach bei der ersten Gelegenheit im Stich lassen wird. Versuche dir vorzustellen, wie es wäre, wenn man dir einfach nicht glauben und vertrauen würde.

Liebeskummer

Liebeskummer tut furchtbar weh. Und anfangs kann man sich meist kaum vorstellen, dass er je vorüber geht. Zum Glück tut er das aber! Allerdings braucht das seine Zeit. Um dir diese Zeit zu erleichtern, solltest du viel über deine Gefühle sprechen, dich bei deinen Freunden/Freundinnen ausweinen, aber auch Ablenkung suchen.

Die sozialen Medien machen es heutzutage oft schwer, den nötigen Abstand zu finden – tu dir selbst einen Gefallen und folge nicht dem oder der anderen. Wenn du täglich versuchst herauszufinden, was sie oder er sich fühlt oder mit wem sie sich treffen, wird es dir umso schwerer fallen, deinen Kummer zu überwinden.

Wenn du jemanden zum Reden brauchst oder das Gefühl hast, nicht aus dem Tief herauszukommen und zu verzweifeln, kannst du dich auch an eine Telefon- oder Onlineberatung wenden, um dich auszusprechen.

Loverboys

Wenn man jemanden liebt, mag man nicht glauben, dass er in Wirklichkeit etwas ganz anderes im Sinn hat. Liebe macht bekanntlich blind, und leider gibt es Männer, die das gezielt ausnutzen, um Mädchen und junge Frauen in die Prostitution zu locken oder zu zwingen. Diese Männer nennt man auch „Loverboys“. Sie sind sehr geschickt darin, zu flirten, zu schmeicheln und von einer gemeinsamen Zukunft zu sprechen. Oft suchen sie sich Mädchen und junge Frauen aus, die sich einsam fühlen, vielleicht Ärger zuhause haben oder aus anderen Gründen verletzlich sind.

Der erste Kontakt findet oft über die sozialen Medien oder vor der Schule statt. Meist lassen sie sich Zeit und warten, bis ihr Opfer wirklich an die wahre Liebe glaubt. Dann geben sie vor, dringend Geld zu brauchen, oder versuchen ihr Ziel mit Erpressung, Drohungen oder auch Gewalt zu erreichen.

Es ist sehr schwer, sich einzugestehen, auf so eine Masche hereingefallen zu sein. Versuche, ehrlich zu dir zu sein. Du hast keine Schuld an deiner Situation, und du bist auch nicht die Einzige, die auf so jemanden hereingefallen ist. Suche dir dringend Beratung und Unterstützung. Wenn du akut in Gefahr bist, rufe den Polizeiruf 110.

Auch wenn du den Verdacht hast, dass sich eine Freundin in Gefahr befindet, kannst du dich an das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen, eine Beratungsstelle oder auch direkt an die Polizei wenden.

Übrigens – auch Jungen können Opfer einer solchen oder ähnlichen Masche werden. Dabei geht es nicht unbedingt um Prostitution, und es sind wohl auch eher selten schwule Jugendliche betroffen. Manchmal täuschen die Täter ein enges, väterliches Vertrauensverhältnis bzw. eine enge Freundschaft vor, um ihre Opfer dann dazu zu drängen, etwas Kriminelles zu machen bzw. ihrerseits Mädchen „anzuwerben“. Sprich unbedingt mit jemanden über deine Situation, bevor du dich noch mehr in Gefahr begibst. Du kannst bei jeder Polizeistation um Hilfe bitten. Eine mögliche Anlaufstelle ist außerdem auch das Hilfetelefon Gewalt an Männern – und zwar auch, wenn dir noch keine körperliche Gewalt angetan wurde. Erpressung und Bedrohung sind auch Formen der Gewalt.

Zwangsverheiratung

Niemand darf bestimmen, wen du heiratest. Zwangsverheiratungen sind gegen das Gesetz und damit strafbar. Auch die Vorbereitung einer Zwangsheirat im Ausland ist verboten. Wenn du Angst hast, verschleppt und/oder gegen deinen Willen verheiratet zu werden; wenn du bereits zwangsverheiratet wurdest, oder wenn deine Familie versucht, dir vorzuschreiben, wen du lieben darfst und wen nicht, dann wende dich an das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen, die Onlineberatung Sibel oder eine Beratungsstelle für Frauen in deiner Umgebung. Diese können dir auch sichere Unterbringungsmöglichkeiten nennen, wenn du bedroht wirst und dich verstecken musst. Wichtig zu wissen: Die Beratungsstellen unternehmen nichts ohne deine Zustimmung, und die Beratung ist immer vertraulich. Jungen und Männer, die gegen ihren Willen verheiratet wurden oder werden sollen, können sich an das Männerhilfetelefon wenden. Wenn du in akuter Gefahr bist, wähle den Polizeinotruf 110.

Lesbisch sein - schwul sein - Bisexualität

Manche Menschen wissen schon sehr früh, ob sie sich eher zum anderen oder zum eigenen Geschlecht hingezogen fühlen, oder ob sie sich sowohl in Männer als auch Frauen verlieben können. Andere entdecken ihre sexuelle Orientierung erst in der Pubertät, und manche finden erst als Erwachsene heraus, dass sie lesbisch, schwul oder bisexuell sind. Obwohl in Deutschland der Hass und die Vorurteile gegen nicht-heterosexuelle Menschen in den letzten Jahrzehnten deutlich nachgelassen hat, gibt es immer noch viele Vorurteile und Diskriminierung. Das eigene Coming-Out kann sehr schwer sein, besonders, wenn man Ablehnung von der eigenen Familie fürchtet. Wenn du nicht weißt, an wen du dich mit deinen Fragen wenden kannst, wenn du Ablehnung erfährst oder wenn du Angst vor dem Coming Out hast, oder auch wenn du einfach die Unterstützung von Menschen suchst, die deine Situation kennen, schaue dich auf den Online-Portalen für die LGBTQ+-Community um oder wende dich an eine Beratungsstelle.

Wenn der Körper nicht zum Geschlecht passt: Transgender/trans

Als transgender, trans* oder auch transident bezeichnet man Menschen, die sich dem Geschlecht, was ihnen bei ihrer Geburt zugewiesen wurde, ganz oder teilweise fremd fühlen. Viele möchten entsprechend ihrem ‚gefühlten‘ Geschlecht leben. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Geschlecht „anzupassen“, von Namensänderungen über Hormontherapien bis hin zu Operationen. Auch hier sind die Menschen und ihre Wünsche sehr verschieden: nicht jeder möchte sich vollkommen verändern, für andere ist es hingegen ein Herzenswunsch. Wenn du dich mit deinem zugewiesenen Geschlecht nicht wohl fühlst, wenn du das Gefühl hast, dass mit deinem Körper etwas nicht stimmt und er nicht wirklich zu dir gehört, suche dir jemanden zum reden, dem du vertraust, informiere dich, und suche dir auch professionelle Beratung. Mit dir ist nichts „falsch“ – es gibt viele Menschen, denen es ähnlich geht. Und besonders in der Pubertät sind viele unsicher, was ihren Körper und ihre Sexualität angeht. Du kannst dich auf Online-Portalen für die LGBTQ+-Community informieren, dir eine Beratungsstelle vor Ort suchen, oder auch dich an eine der Kinder- und Jugendberatungsstellen wenden.

Zwischen den Geschlechtern: Intersexualität

Intersexuelle oder auch inter*-Menschen stehen aufgrund ihrer Biologie sozusagen ‚zwischen‘ den Geschlechtern. D. h. sie sind mit körperlichen, genetischen oder hormonellen Merkmalen auf die Welt gekommen, durch die sie nicht eindeutig dem männlichen oder weiblichen Geschlecht zugeordnet werden können. Diese Merkmale müssen nicht unbedingt äußerlich erkennbar sein, und manche finden erst in der Pubertät oder sogar noch später heraus, dass sie inter* sind. Das kann zuerst sehr verwirrend und verunsichernd sein – aber manchmal auch sehr erleichternd, wenn z. B. das bei der Geburt zugewiesene Geschlecht als „falsch“ empfunden wurde. Intersexualität ist keine Krankheit – auch medizinisch ist „Geschlecht“ vielfältig. Allerdings setzt sich in der Gesellschaft dieses Wissen erst langsam durch, und oft haben inter*-Menschen immer noch mit Unverständnis zu kämpfen. Obwohl du nicht „krank“ bist, ist es meist sinnvoll, mit einem spezialisierten Arzt/einer spezialisierten Ärztin zu sprechen, um zu verstehen, was mit deinem Körper vorgeht. Informationen, Erfahrungsaustausch und Zugang zu Beratungsstellen findest du z. B. auf diversen Webportalen für die LGBTQ+-Community.

Coming-out

Die Phase, in der ein Mensch sich seiner sexuellen Orientierung und Identität bewusst wird, also herausfindet, ob er/sie beispielsweise schwul oder lesbisch, trans* oder genderfluid ist, bezeichnet man als Coming-out. Dabei stellt sich dann die große Frage, ob, wie und wann man dies dem eigenen Umfeld mitteilt. Diese Zeit fällt meist in die Pubertät, wenn fast alle Jugendlichen ohnehin an sich selbst zweifeln, Neues entdecken und viele Fragen haben. Hinzu kommt oft die Angst, nicht so akzeptiert so werden, wie man ist. Besonders, wenn die eigene Familie und der eigene Freundeskreis Vorurteile haben, kann dies zu einer großen Belastung werden. Der Austausch mit Menschen, die diese Situation kennen, kann ungemein dabei helfen, sich selbst so anzunehmen, wie man ist, und dies schließlich auch nach außen zu tragen, wenn man dazu bereit ist. Wichtig ist: Den Zeitpunkt und Umfang deines Coming-outs bestimmst du! Unterstützung und Informationen findest du zum Beispiel auf den Internetportalen für die LGBTQ+-Community sowie bei Beratungstelefonen oder Beratungsstellen in deiner Umgebung.

Mehr als männlich oder weiblich: non-binäre Identitäten

Nicht-binäre Menschen empfinden sich weder als eindeutig männlich noch als eindeutig weiblich, man spricht auch von genderqueer oder gender-nonkonform. Auch innerhalb dieser Gruppe besteht eine große Vielfalt an Identitäten – z. B. wechselt für manche Menschen das Gefühl, welchem Geschlecht sie sich mehr zugehörig fühlen (genderfluid), manche würden sagen, dass sie einem dritten Geschlecht angehören, andere widerum gar keinem (agender). Nicht-binäre Menschen stoßen oft in ihrer Umgebung auf Unverständnis oder sogar Ablehnung und Hass. Umso wichtiger ist es, sich mit anderen auszutauschen, die ähnlich empfinden und ähnliche Erfahrungen machen.

Ich bin schwanger und freu mich darüber

Die Entscheidung, ein Kind zu bekommen, hat natürlich weitreichende Konsequenzen für deine Zukunft. Wichtig ist jetzt, dass du dir Unterstützung und Hilfe suchst, und zwar so schnell wie möglich. Neben einem Termin beim Frauenarzt/bei der Frauenärztin solltest du dir auch eine Termin bei einer Schwangerschaftsberatungsstelle holen. Diese Beratung steht dir zu und ist kostenlos und vertraulich. Die Beraterinnen kennen sich mit den Ängsten und Sorgen von jugendlichen Schwangeren aus und können, wenn gewünscht, dich auch bei schwierigen Gesprächen, z. B. mit dem Vater deines Kindes oder deinen Eltern unterstützen. Adressen erhältst du u.a. auf den Webseiten jung-und-schwanger.de oder familienplanung.de, sowie über das Hilfstelefon für Schwangere. Auch die Jugendämter sind eine wichtige Anlaufstelle für minderjährige werdende Mütter. Sie beraten und unterstützen bei Fragen zu Schule und Ausbildung, finanzieller Unterstützung, Kinderbetreuung und mehr. Sie können außerdem einen Platz in einem Mutter-Kind-Haus vermitteln. Das für dich zuständige Jugendamt kannst du zum Beispiel auf der Seite des Familienportals finden.

Ich werde Vater

Auch werdende Väter haben ein Anrecht auf Beratung. Es muss dir nicht unangenehm sein, einen Termin bei einer Schwangerschaftsberatung zu machen – schließlich ist es wichtig, dass du jemanden hast, mit dem du deine eigenen Perspektiven und Sorgen besprechen kannst und auch finanzielle oder rechtliche Fragen klären kannst. Du kannst selbst entscheiden, ob du die Beratung zusammen mit deiner Freundin, einem guten Freund, deinen Eltern, oder auch allein wahrnehmen willst. Adressen findest du z. B. auf der Webseite jung-und-schwanger.de. Auch auf dem Jugendamt kannst du dich als junger werdender Vater beraten lassen.

Schwangerschaftsabbruch/Abbtreibung

Wenn du ungewollt schwanger bist und die Schwangerschaft abbrechen willst, ist eins sehr wichtig: Schiebe die nächsten Schritte nicht hinaus. Du brauchst Zeit, um dich beraten zu lassen. Ein Schwangerschaftsabbruch ist in der Regel nur bis zur zwölften Woche straffrei. Für einen Abbruch brauchst du eine bescheinigte Beratung von einer anerkannten Schwangerschaftsberatungsstelle. Also informiere dich jetzt und mache Termine.

Es ist wichtig, dass du weißt, dass die Entscheidung bei dir liegt – niemand darf dich unter Druck setzen oder zu einer Entscheidung zwingen. Aber es ist auch wichtig, dass du nicht mit deinen Sorgen und Ängsten alleine bleibst. Mehr Informationen und Suchmaschinen für Beratungsstellen in deiner Umgebung findest du im Internet auf den Seiten von pro familia, jung-und-schwanger.de und familienplanung.de. Wenn du sofort jemanden zum Reden brauchst, kannst du auch das Hilfetelefon für Schwangere in Not anrufen, auch dort kann man dir die nächsten Beratungsstellen nennen.

Hilfe durch das Jugendamt bei Schwangerschaft

Die Jugendämter sind eine wichtige Anlaufstelle für minderjährige Schwangere. Sie beraten und unterstützen bei Fragen zu Schule und Ausbildung, finanzieller Unterstützung, dem Verhältnis zu den Eltern, Kinderbetreuung und mehr. Sie können außerdem einen Platz in einem Mutter-Kind-Haus vermitteln, wenn ein Auszug von zu Hause nötig ist – hier werden Schwangere und junge Mütter (und Väter) entlastet, so dass sie Schule oder Ausbildung fortführen können, und bei Erziehung und Pflege ihrer Kinder unterstützt. Das für dich zuständige Jugendamt kannst du zum Beispiel auf der Seite des Familienportals finden. Leider ist es nicht immer einfach, einen konkreten Ansprechpartner auf diesen Seiten zu finden, lass dich davon aber nicht abschrecken. Jeder Behördenmitarbeiter wird dich weitervermitteln können, falls du noch nicht die passende Telefonnummer gefunden hast. Viele Städte und Landkreise haben auch sogenannte Bürgertelefone, bei denen man fragen kann.

Meine Familie will die Schwangerschaft nicht

Du bist diejenige, die über deine Schwangerschaft entscheidet. Niemand kann dich zwingen, eine Schwangerschaft abzubrechen, und auch nicht, ein Kind auszutragen. Aber natürlich macht sich deine Familie auch berechtigte Sorgen um deine Zukunft. Vielleicht kannst du mit deinen Eltern zusammen einen Beratungstermin bei der Schwangerschaftsberatung machen, damit ihr gemeinsam über ihre Bedenken und deine Pläne reden könnt. Dort könnt ihr besprechen, welche finanziellen und sozialen Hilfen möglich sind. Wenn du Angst vor der Reaktion deiner Familie hast, wende dich auf jeden Fall an eine Beratungsstelle oder das Hilfetelefon für Schwangere in Not.

Anonyme Geburt / Vertrauliche Geburt

Wenn du ungewollt schwanger bist und in einer schlimmen Notlage, wenn niemand von deiner Schwangerschaft erfahren darf, denkst du vielleicht über eine anonyme Entbindung nach. Das ist legal, und es gibt Hilfe für dich. Lass dich auf jeden Fall schnellstmöglich beraten! Die Beratungen durch das Hilfetelefon für Schwangere in Not und die Schwangerschaftsberatungsstellen sind immer vertraulich und auf Wunsch anonym, niemand muss davon erfahren, auch deine Eltern nicht. Das Hilfetelefon bietet außerdem auch eine Online-Beratung an. Auch wenn deine Schwangerschaft schon weit fortgeschritten ist und du bis jetzt alles geheimgehalten hast, oder wenn du sogar das Kind bereits heimlich bekommen hast, ist es nicht zu spät für Beratung und Hilfe. Auf der Seite geburt-vertraulich.de erfährst du alles über die vertrauliche Geburt und an wen du dich wenden kannst.

Mehr Informationen zum Thema:

Neben den hier genannten finden sich im Bereich „Kinder und Jugendliche: Verliebtsein – Liebe – Sexualität“; „Regenbogen – Sexuelle Identität finden“ sowie „Jung und schwanger“ auch folgende Stichworte mit ausführlichen Beschreibungen:

  • Mein Freund / meine Freundin will zuviel von mir
  • Mein Freund / meine Freundin nutzt mich aus
  • Was bin ich – wen liebe ich
  • Ich fühle mich nicht wohl in meinem Körper
  • Ich schäme mich
  • Mein Umfeld will mich ändern / zu einer Konversionsbehandlung zwingen
  • Ich bin ungewollt schwanger
  • Meinen Eltern von der Schwangerschaft zu erzählen, das trau ich mich nicht
  • Schwangerschaft und Schule/Ausbildung
  • Mutter-Kind-Häuser
  • Mein Freund will die Schwangerschaft nicht
Wie auch zu allen anderen Stichworten findest du hier auch eine Reihe von hilfreichen, kommentierten Links.
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