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Eltern – Paare – Mütter – Väter – Partnerschaftsprobleme und Trennung

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Das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung

Das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung lässt sich aus dem Deutschen Grundgesetz ableiten – laut Artikel 2 hat jeder Mensch das Recht auf die freie Entwicklung der Persönlichkeit, sofern dies nicht die Rechte einer anderen Person verletzt oder gegen Gesetze verstößt.

Jeder Mensch hat das Recht, über seine/ihre sexuelle Orientierung, Sexualpartner:innen oder sexuelle Praktiken selbst zu entscheiden. Jeder Mensch hat das Recht, zu jeder Zeit sexuellen Kontakt abzulehnen und ’nein‘ zu sagen. Und niemand darf aufgrund von Geschlechtsidentität oder sexuellen Orientierung diskriminiert werden.

All dies gilt selbstverständlich auch im familiären Rahmen, in einer Partnerschaft bzw. Ehe. Es gibt keine „eheliche Pflicht“, etwas zu tun, dass Sie nicht tun möchten. Wenn Sie sich von Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin unter Druck gesetzt fühlen, suchen Sie unbedingt das Gespräch – und gegebenenfalls eine Beratung. Wenn Zwang und Gewalt ins Spiel kommen, suchen Sie sich bitte unbedingt Unterstützung und Hilfe.

Partner/-in kümmert sich nicht um die Kinder

Dass der andere Elternteil sich nicht genügend um die Kinder kümmert, ist manchmal eine übertriebene Feststellung, weil man selbst überfürsorglich ist und ähnliches vom Partner / der Partnerin erwartet. Sie sollten ein klärendes Gespräch suchen und gegebenenfalls eine Elternberatungsstelle aufsuchen.

Nicht selten aber trifft der Eindruck zu: Karriere, Hobbys und anderes werden vorgeschoben, um dem Partner oder der Partnerin die Fürsorge für die Kinder zu überlassen. Der andere Elternteil ist so mit sich selbst beschäftigt, dass er / sie nicht merkt, wie sehr er / sie die Kinder vernachlässigt. Dies ist häufig ein Überbleibsel des Familienbildes der Vergangenheit, als der Mann berufstätig und fürs Geldverdienen zuständig war und die Frau als Hausfrau die Kinder erzog. Heute hat sich das Frauenbild deutlich geändert, meist sind beide berufstätig – so sollte sich auch die Aufteilung der Kindererziehung verändern. Häufig aber kollidieren alte Macho-Gedanken mit neuem Frauen-Selbstbewusstsein.

Jedes Kind hat ein Anrecht auf die Zuneigung und Liebe seiner Eltern, Mutter und Vater haben aber auch die Pflicht, das Kind durch eine liebevolle und gute Erziehung und Förderung auf das spätere Leben vorzubereiten. Eine Aufteilung der Aufgaben ist gut und sinnvoll, aber dass sich ein Elternteil wegduckt, ist auch schlecht für das Kind – Kinder sind äußerst sensibel und merken dies. Wenn sich beide Elternteile die Aufgaben und Verantwortung gegenseitig zuschieben, kommt es zur Vernachlässigung auch im emotionalen Bereich.

Bestimmte Aufgaben wie der Besuch von Elternabenden oder Arztbesuche sind relativ einfach, wenn auch nicht immer erfreulich. Bei der Erziehung muss Einigkeit herrschen, speziell beim Setzen von Grenzen. Wenn sich ein Elternteil vor den schwierigen Situationen bei der Erziehung drückt und sich nur die guten Seiten heraussucht, ist das schlecht für das Kind, aber auch für die Beziehung. Auch für die Aufteilung der Erziehungsaufgaben kann eine Elternberatung nützlich sein. Wichtig ist vor allem, dass sich das Kind von beiden Elternteilen geliebt und emotional gut aufgehoben fühlt.

Partner/-in ist arbeitslos

Wenn die Partnerin oder der Partner arbeitslos ist oder geworden ist, ist das in psychischer und finanzieller Hinsicht bitter und kann die Beziehung auf eine große Probe stellen.

Zwar ist es heute nicht mehr so, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihr gesamtes Leben für ein einziges Unternehmen arbeiten und so von Arbeitslosigkeit verschont bleiben. Ein Wechsel des Arbeitsplatzes ist verbreitet, aber auch immer mehr Menschen werden für kürzere oder längere Zeit arbeitslos. In vielen Branchen werden Fachkräfte gesucht, das Angebot kann aber mit einem Ortswechsel verbunden sein, der in einer Paarbeziehung oft schwierig ist.

Arbeitslosigkeit kann einen plötzlich und wie ein Blitz treffen, häufig gibt es eine Vorlaufzeit, in der man sich eine neue Stelle suchen kann -in konjunkturell schlechten Zeiten kann das länger dauern. Gelingt dies nicht, sind zumindest die psychischen Folgen ähnlich schlimm wie bei einem plötzlichen Arbeitsplatzverlust. Fatal ist auch die Furcht vor der Arbeitslosigkeit, z B. wegen des Strukturwandels der Wirtschaft, Rationalisierung oder wegen des möglichen Verkaufs des Unternehmens.

Viele Menschen kommen mit diesen Dingen einigermaßen zurecht, bei anderen führen sie zu massiven psychischen und / oder finanziellen Lebenskrisen. Zumindest die Gedanken an die potentielle oder reale Arbeitslosigkeit sind auch nach Jahren noch präsent und belastend, auch wenn die Arbeitslosigkeit nur kurze Zeit dauerte. Die Auswirkungen auf die Partnerschaft können ganz unterschiedlich sein: Einerseits kann sich der / die Betroffene in der Partnerschaft gut aufgefangen fühlen, andererseits kann zusätzlicher Druck verspürt werden – dies sollten Sie als Partner / Partnerin vermeiden.

Mit dem Bürgergeld (statt Arbeitslosengeld II) wurde ein positives Element geschaffen: Statt der bevorzugten Maßnahme, Menschen möglichst schnell in meist schlecht bezahlte und oft kurzlebige Arbeitsverhältnisse zu bringen, nun der Versuch, durch Fortbildung und Eingliederungsmaßnahmen die Menschen dauerhaft in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Das Bürgergeld deckt das Existenzminimum ab, nicht mehr und nicht weniger, und kann so zumindest ein wenig zur Milderung der finanziellen Lebenskrise beitragen, aber nicht zur psycho-sozialen und gesundheitlichen. Allerdings können die Einschränkungen finanzieller Art, die auch schon bei Arbeitslosengeld 1 auftreten, zur Verschärfung dieser gesundheitlichen und psycho-sozialen Lebenskrisen führen.

Verhaltensänderungen, Sucht oder auch Gewalt (oft in der Familie) und – vor allem bei längerer Arbeitslosigkeit -gesundheitliche Schädigungen können u. a. die Folge sein. Gegen vieles Einzelfaktoren der Lebenskrise kann man sich wehren, wenn man sich wehren will. Das sollten Sie berücksichtigen und Ihren Partner / Ihre Partnerin darin bestärken.

Dazu zählen Gespräche mit Vertrauenspersonen, die vielleicht arbeitslos sind und Verständnis haben, Gespräche mit Menschen, die pragmatischen Rat geben können (hoffentlich gehören die Menschen bei der Arbeitsagentur dazu) sowie Hilfetelefone. Wichtig sind gegebenenfalls auch Therapien (z. B. Verhaltens- oder Suchttherapie) und vielleicht Selbsthilfegruppen (gute Adressen für Gruppen vor Ort sind auf der NAKOS-Seite).

Partner/-in will mich kontrollieren

In der Regel werden in Partnerschaften die Zuständigkeiten einvernehmlich geklärt, die Aufgaben verteilt, über die Ausführung gelegentlich oder oft gestritten, ansonsten herrscht Frieden. Bei der Verteilung wird manchmal die eine Seite benachteiligt, gelegentlich ist eine Seite froh, wenn sie weniger Verantwortung übernehmen muss – kein Mensch ist wie der andere. Oft wird bei der Verteilung einem Wunsch gelassen zugestimmt, auch wenn man die Sache lieber selbst und besser machen könnte – man steht über den Dingen und vergibt sich nichts; es kann auch sein, dass man die Partnerin / den Partner so sehr liebt, dass man damit seine Zuneigung zeigen will.

Es kommt vor, dass ein Mensch das Leben der Partnerin / des Partners weitgehend kontrollieren will – es handelt sich um eine massive Persönlichkeitsstörung, die behandlungsbedürftig ist. Die Störung beginnt oft schleichend und unauffällig mit Sätzen wie: Ich will nur das Beste für dich – ich tue doch alles für dich – diese Menschen / Freunde / Verwandten / Bekannten sind nicht gut für dich. Es ist schwer zu erkennen, ob solche Äußerungen liebevolle Fürsorge oder schon massive Kontrollversuche sind. Wenn Sätze wie ‘wir haben es zu Hause doch so gut’ fallen und permanente Begleitungen und Eifersucht auf andere Kontaktmöglichkeiten hinzukommen, sind dies weitere Indikatoren für psychische Störungen. Am Ende kann die totale soziale Isolierung der betroffenen kontrollierten Person stehen, verbunden mit dem Verlust des Selbstwertgefühls und der Selbstständigkeit. Es kann auch sein, dass die betroffene Person geschlagen oder anderweitig gequält wird, wenn sie sich dem Willen der um Kontrolle bemühten Person nicht fügt.

Je weiter die Störung fortschreitet, desto schwieriger wird es, die kontrollsüchtige Person zu einer Behandlung zu bewegen. Man sollte nicht zu lange warten, wenn man erste Anhaltspunkte sieht oder Vertrauenspersonen darauf hinweisen. Eine gute Maßnahme für sich selbst ist, sich einer Selbsthilfegruppe für Betroffene anzuschließen, einerseits, um Trost zu finden, andererseits, um etwas über Ansatzpunkte für eine Beeinflussung des / der Betroffenen zu erfahren. Wartet man zu lange, könnte später die Kraft fehlen, sich dem / der Kontrollsüchtigen zu widersetzen.

Was aber tun, wenn alle Versuche, die kontrollsüchtige Person zu einer Behandlung zu bewegen, gescheitert sind oder die Behandlung nicht erfolgreich war? Mag sein, dass man die kontrollsüchtige Person noch so sehr liebt, dass man bei ihr bleiben möchte. Mag auch sein, dass man nicht mehr die Kraft für eine Trennung hat oder keine Perspektiven für die Zeit nach der Trennung sieht. Ob entsprechende Entscheidungen für eine gemeinsame Zukunft tragfähig sind, ist äußerst ungewiss. Man sollte sich dann selbst Hilfe holen, z. B. bei einer Psychotherapie oder in einer Selbsthilfegruppe. Dies sollte auch geschehen, wenn sich die kontrollsüchtige Person widersetzt. Diese Rest-Energie sollte man noch aufbringen.

Die Alternative ist die Trennung, so bitter dies nach einem schönen Zusammenleben auch sein mag. Es ist gut, sich vor Augen zu halten, dass der Kontrollwahn – auch wenn man es nicht wahrhaben will oder merkt – zu Misshandlungen führt, gleich ob körperlich oder seelisch. Diese werden nicht aufhören, auch wenn es noch so sehr beteuert wird. Selbst wenn zunächst keine Perspektiven nach der Trennung erkennbar sind, z. B. in finanzieller Hinsicht, es gibt sie. Gute Beratungsmöglichkeiten existieren sowohl von privater Seite, z. B. bei den großen Wohlfahrtsorganisationen und Vereinen, als auch von staatlicher Seite. Auf eine Psychotherapie und eine Selbsthilfegruppe sollte man trotzdem nicht verzichten.

Scheidung

Einer Scheidung geht meist eine längere Phase des Auseinanderlebens voraus – allerdings kann auch ein plötzlich auftretendes Problem wie z. B. das Fremdgehen des Partners / der Partnerin der Anlass für diese Entscheidung sein. Da der formale Akt oft eine ganze Anzahl von Schwierigkeiten und gegebenenfalls Einschränkungen mit sich bringt, wäre in beiden Fällen vielleicht der Besuch einer Eheberatung zu empfehlen, um Lösungsansätze zu finden (Beratungsstellen in Ihrer Nähe gibt es genug). Die Einschränkungen betreffen vor allem den finanziellen Bereich und die Suche nach passenden Wohnungen, bei der heutigen Wohnungsknappheit oft ohne befriedigende Ergebnisse.

Ein großes Problem kann darin bestehen, dass es jüngere Kinder in der Ehe gibt. Die Scheidung sowie die Vorphase sollten nie auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden, es passiert aber viel zu häufig. Kinder sind einfühlsam, merken es, wenn es in der Ehe der Eltern nicht mehr stimmt – vor allem, wenn sie die Streitereien miterleben oder der Partner / die Partnerin bei den Kindern schlecht gemacht wird. Allerdings wäre es problematisch, nur um der Kinder Willen die Ehe fortzusetzen. Die Kinder verspüren permanente Spannungen zwischen den Eltern, auf Dauer schaden sie ihnen. Aber die Mama wird immer die Mama bleiben und der Papa der Papa.

Der finale Akt der Scheidung ist mit vielen Einzelpunkten verbunden, die geklärt werden müssen, über die oft heftig gestritten wird, angefangen mit der Frage, ob die Ehe wirklich gescheitert ist – da kann es unterschiedliche Ansichten geben. Zu Fragen wie Versorgungs- und Zugewinnausgleich, Sorge- und Umgangsrecht sowie Unterhalt können Sie auf Portalen des Familien- und Justizministeriums sowie großer Verbände und Wohlfahrtsorganisationen gute und ausführliche Infos finden. Das Unterhaltsrecht soll reformiert werden, es sind noch viele Details zu klären, sodass diese wichtige Frage derzeit unklar ist.

Der eigentliche formale Akt der Scheidung erfolgt durch das Familiengericht, einer Abteilung des Amtsgerichts. Über den eigentlichen Scheidungsakt und die Scheidungsfolgen (wie z. B. Unterhalt, Vermögens- und Versorgungsausgleich) entscheidet das Gericht grundsätzlich zusammen. Die für diese Punkte erforderlichen Unterlagen müssen vollständig eingereicht werden. Da die Folgen der Scheidung komplex sind und schwerwiegend sein können, ist zwingend vorgeschrieben, dass sich die Parteien jeweils durch einen Rechtsanwalt / eine Rechtsanwältin vertreten lassen. Dies ist besonders für Vermögens-, Schulden- und Bürgschaftsfragen von Bedeutung, aber auch für Sorgerechtsfragen. Die Vertretung durch nur einen Anwalt oder eine Anwältin ist nur gestattet, wenn die Ehe einvernehmlich geschieden werden soll – gibt es später doch noch Zwistigkeiten, kann dies problematisch sein. Oft wird bei der anwaltlichen Vertretung nur auf die Kosten geschaut. Es werden z. B. online oder telefonische Beratung angeboten – ob dies bei komplexeren Fragen sinnvoll ist, bleibt Ihnen selbst überlassen. Die Wahl einer guten anwaltlichen Vertretung ist gerade bei Scheidungsfragen von zentraler Bedeutung, Sie befinden sich in einer Stresssituation und sind auf kompetenten juristischen Rat angewiesen. Suchen Sie intensiv, und hören Sie nicht auf leere Versprechungen.

Eine Scheidung kann friedlich verlaufen, aber auch traurig oder hässlich. Dauert die Traurigkeit längere Zeit an, z. B. weil Sie noch immer am Partner / der Partnerin hängen, sollten Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, z. B. Psychotherapie, oder sich einer Selbsthilfegruppe anschließen (die könnten Sie z. B. auf der Webseite der NAKOS finden). Es kann auch sein, dass Sie schikaniert werden, indem z. B. der Unterhalt nicht oder verspätet gezahlt wird oder Besuchsregelungen für das Kind nicht eingehalten werden. Hier kann im äußersten Fall eine Klage / Klageandrohung helfen, vorher sollten Sie es mit Gesprächen versuchen, vielleicht auch unter Zuhilfenahme von Vertrauenspersonen. Um für sich psychische Schäden zu vermeiden, sollten Sie auch hier eine Therapie machen, vielleicht helfen auch Selbsthilfegruppen. Sehr schwierig wird es in Grauzonen, wenn das Kind z. B. vom Ex-Partner / der Ex-Partnerin mit Geschenken überschüttet wird, dort alles darf und vom Wochenende völlig überdreht zurückkehrt. Sinnvoll kann es in diesem Fall sein, Beratungsstellen zu nutzen, sich z. B. an die bke, die Bundeskonferenz für Erziehungsberatung, zu wenden, die eine kostenlose Beratung anbietet.

Wenn Sie nach der Scheidung stark verschuldet sind oder gebürgt haben, sollten Sie möglichst schnell eine gemeinnützige Schuldnerberatungsstelle aufsuchen, bevor Sie weiter ins finanzielle Unglück stürzen. Die Verbraucherzentralen geben für die Wahl einer geeigneten Stelle gute Tipps. Wenn Ihnen dann vorgeschlagen wird, eine Privatinsolvenz anzusteuern, ist das zwar bitter, aber der Zeitraum von gut drei Jahren, in dem Sie schuldenfrei werden, ist überschaubar und erträglich.

Streit ums Sorgerecht und Umgangsrecht

Natürlich wäre es wünschenswert und auch im Sinne der Kinder, wenn eine Trennung oder Scheidung möglichst einvernehmlich und ohne Kampf um das Sorge- und Umgangsrecht vonstatten ginge. Leider ist dies nicht immer realistisch. Und leider geht es auch nicht immer, die Verantwortung für die Erziehung des Kindes zu teilen – entweder, weil ein Elternteil sich der Verantwortung entziehen will, oder auch, weil es zum Schutz von Mutter und/oder Kindern nötig ist, den Kontakt abzubrechen oder auf ein Minimum zu beschränken.

Pauschale Ratschläge sind hier kaum möglich. Über die rechtlichen Grundlagen können Sie sich im Internet umfassend informieren. Insbesondere wenn Sie bereits absehen können, dass es zum Konflikt kommen wird, sollten Sie aber auch eine persönliche Beratung dringend in Erwägung ziehen – eventuell lassen sich so der oft kräftezehrende Kampf bzw. der Gang zum Gericht und die entsprechenden Anwaltskosten vermeiden.

Familienberatungsstellen bieten u. a. auch Mediationen an, an denen beide Elternteile teilnehmen können, um gemeinsam Lösungswege zu finden. Auch die Jugendämter sind eine sehr wichtige Anlaufstelle in Sorgerechts- und Umgangsrechtsfragen.

Getrennterziehend/Alleinerziehend

Auch wenn sich beide Elternteile einig sind, zusammen Verantwortung für die gemeinsamen Kinder zu tragen und weiterhin gemeinsam an deren Leben teilhaben und möglichst konfliktfrei wichtige Entscheidungen zusammen treffen zu wollen, ist dies oft leichter gesagt, als getan.

Nicht selten wird aus ‚getrennt erziehend‘ mehr oder weniger ‚alleinerziehend‘. Nicht selten fühlt sich ein Elternteil, in der Mehrzahl immer noch die Mütter, im Alltag mit der Belastung alleingelassen. Und ebenfalls nicht selten fühlt sich der andere vom Leben der Kinder ausgeschlossen. Es gibt Streit über die Erziehung; Vorwürfe, dass ein Elternteil sich nicht an Absprachen halte oder die Kinder vernachlässige. Und natürlich gibt es auch viele Fälle, in denen sich ein Elternteil zurückzieht und, wenn überhaupt, nur ein Minimum zu Erziehung und Finanzierung beiträgt.

Besonders, wenn der Trennungsschmerz noch akut ist, fällt es oft schwer, das Notwendige miteinander auszuhandeln. Nicht selten gibt es Streit um die Finanzen. Und manchmal muss sogar die Entscheidung über das Sorgerecht gerichtlich ausgefochten werden.

Oft leiden die Kinder, für die die Trennung der Eltern an sich schon eine Belastung ist, sehr unter diesen Konflikten. Verschweigen hilft in der Regel überhaupt nicht – Kinder haben ein feines Gespür für Streit. Offene, altersgemäße Gespräche ohne einseitige Schuldzuweisungen können hier helfen – wobei wichtig ist, den Kindern zu vermitteln, dass sie selbst keine Verantwortung für die Streitigkeiten der Erwachsenen tragen.

Wenn beide Eltern dazu bereit sind, kann es sich lohnen, gemeinsame Beratung bzw. Mediation zu suchen. Bei einer Mediation geht es nicht darum, die Trennung eventuell wieder rückgängig zu machen, sondern darum, mit der Hilfe einer neutralen Person Regelungen und Einigungen auszuhandeln, die für alle fair sind, und bestmögliche Lösungen für den zukünftigen Umgang miteinander und insbesondere mit den Kindern zu finden.

Als Alleinerziehende/r ist es wichtig und hilfreich, sich über die eigenen Rechte und Pflichten sowie die Rechte der Kinder zu informieren. Nach wie vor haben Alleinerziehende ein höheres Armutsrisiko, und nach wie vor ist es für sie besonders schwierig, Beruf und Kindererziehung unter einen Hut zu bekommen. Hinzu kommt die oft erhebliche Belastung, wichtige Entscheidungen mehr oder weniger alleine fällen zu müssen.

Informieren Sie sich unbedingt über mögliche staatliche Unterstützung, und auch über Ihren Anspruch auf Unterhaltszahlungen. Suchen Sie sich Beratung und Unterstützung, wenn Sie sich überlastet fühlen. Familien- und Erziehungsberatungsstellen können Ihnen zur Seite stehen.

Finanzieller Engpass durch Trennung oder Tod des Partners/der Partnerin

Wenn Sie sich von Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin getrennt haben oder diese/r gestorben ist, ist dies nicht nur emotional bitter, sondern hat auch eventuell gravierende finanzielle Folgen. Mit diesen Folgen beschäftigen sich die nächsten Abschnitte:

Allein oder mit Kindern wirtschaftet es sich meist schwieriger, als wenn ein Partner oder eine Partnerin dazu beiträgt – das ist eine Binsenweisheit. Eventuell benötigen Sie eine neue Wohnung samt Einrichtung, ein Auto und anderes mehr. Vielleicht haben Sie Schulden übernommen und waren wegen der Kinder eingeschränkt oder überhaupt nicht berufstätig. Das alles kann die finanzielle Lage dramatisch beeinträchtigen. Haben Sie keine Kinder und / oder vorher einen guten Berufsabschluss erworben, so können Sie eventuell finanziell wieder auf die Beine kommen. Ansonsten müssen Sie sich stark einschränken, eventuell zu einer Schuldnerberatungsstelle gehen und im äußersten Fall Privatinsolvenz anmelden.

Für den Fall, dass Sie Kinder haben: Alleinerziehende sind nach wie vor in Deutschland überproportional von Armut bedroht. Und auch, wenn das Einkommen über der Armutsgrenze liegt, sind die finanziellen Belastungen oft hoch. Geldsorgen können sehr bedrückend sein und machen das Familienleben nicht einfacher. Informieren Sie sich unbedingt über die Ihnen zustehenden finanziellen Hilfen und scheuen Sie sich nicht, diese auch in Anspruch zu nehmen. Einen sehr guten Überblick können Sie sich über das „Infotool Familienleistungen“ auf der Seite des Familienportals verschaffen.

Wenn sich die Gegenseite weigert, Ihrem Kind Unterhalt zu zahlen, oder nicht in der Lage ist, Unterhalt zu zahlen, steht Ihnen ein (leider nicht sehr hoher) Unterhaltsvorschuss zu, den Sie beim Jugendamt beantragen. Es kann sehr entlastend sein, in diesem Fall die sogenannte „Beistandschaft“ zu beantragen – dann übernimmt das Jugendamt die Feststellung und Einforderung der Unterhaltsleistungen und kann diese, wenn nötig, auch vor Gericht als rechtliche Vertretung des Kindes einfordern.

Wenn Sie Sozialleistungen beziehen, steht Ihnen der „Mehrbedarf für Alleinerziehende“ zu – hierum sollten Sie sich umgehend beim Jobcenter darum kümmern. Für größere einmalige Anschaffungen können Sie außerdem „Sonderbedarf“ geltend machen. Reicht Ihr Einkommen trotz Erwerbstätigkeit nicht für Sie und Ihre Kinder, haben Sie eventuell Anspruch auf den Kinderzuschlag (KiZ), der bei der Familienkasse beantragt werden kann. Sie sollten sich auch informieren, ob Ihnen eventuell Wohngeld zusteht (dies gilt auch, wenn Sie keine Kinder haben).

Weitere Stichworte zum Thema

In den Bereichen ‚Probleme mit dem Partner/der Partnerin‘ und ‚Trennung – Scheidung‘ finden Sie neben den hier beschriebenen noch folgende Stichworte:

  • Partner/-in ist drogen-/alkoholabhängig
  • Partner/-in ruiniert uns finanziell
  • Partner/-in geht fremd
  • Beratung / Hilfen bei Trennung und Scheidung
  • Konflikte mit dem/der Ex

Auch diese Stichworte werden ausführlich beschrieben. Sie finden dazu, wie bei allen Stichworten, kurz kommentierte Links.

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