Ich habe große Sorgen – wo finde ich vertrauenswürdigen Rat und Hilfe?

Eltern – Paare – Mütter – Väter – Leben in und Probleme mit der Familie

Dieser Überblick soll Ihnen die Bandbreite des Themas „Leben in und Probleme mit der Familie“ veranschaulichen . Wenn Sie aber gleich zum umfassenden Themenkreis Eltern – Paare – Mütter – Väter mit seinen vielen Stichworten gehen und dabei zusätzlich gute Links und Link- Beschreibungen mit Hilfe-Tipps und -Angeboten finden wollen, klicken Sie bitte hier

Ich fühle mich überfordert durch die Kinder

Kinder sind in jedem Alter eine große Herausforderung. Wir wollen als Eltern immer das Beste für sie, dennoch gelingt es uns oft nicht ihrem und unserem eigenen Anspruch gerecht zu werden. Wenn es allerdings immer wieder einmal Situationen gibt, in denen wir uns überfordert fühlen, dann kann es hilfreich sein, sich eine dritte Meinung anzuhören – entweder von einem Menschen, den Sie kennen und dem Sie vertrauen, oder vielleicht auch von einer Beratungsstelle, wo Sie sich anonym und vertraulich unterstützen lassen können.

Mein Kind schlägt / beleidigt mich

Trotz aller guten Vorsätze gerät das Zusammenleben mit Kindern manchmal aus den Fugen. Eltern verdienen einen respektvollen Umgang durch ihre Kinder – und es ist manchmal schwer diesen einzufordern. Wenn es immer wieder Situationen gibt, in denen wir uns durch unsere Kinder überfordert oder gar ausgeliefert fühlen, dann kann es hilfreich sein, sich eine dritte Meinung anzuhören – entweder von einem Menschen, den Sie kennen und dem Sie vertrauen, oder vielleicht auch von einer Beratungsstelle, wo Sie sich anonym und vertraulich unterstützen lassen können.

Wir möchten ein Kind adoptieren

Eine Adoption ist für viele Paare eine Möglichkeit, eine Familie zu gründen oder zu erweitern. Gleichzeitig ist es ein Prozess, der viele Fragen aufwirft. Es ist eine Entscheidung, die ihr Leben und das Leben des Kindes nachhaltig verändern wird. Daher ist es sinnvoll, sich im Vorfeld über die wichtigen Themen rund um eine Adoption zu informieren und sich für diese wichtige Entscheidung und insbesondere deren Umsetzung Unterstützung zu sichern.

Mein Kind pflegt mich

Eigentlich wollen Eltern für unsere Kinder da sein. Aber manchmal brauchen wir deren Hilfe. Wir wollen die Kinder nicht belasten, aber manchmal entstehen Umstände, in denen wir das nicht vermeiden können. Das mag Schuld- und Schamgefühle erzeugen, mit denen wir selbst schwer umgehen können. Wenn Sie sich dadurch belastet fühlen, dass Sie von Ihrem Kind/Ihren Kindern versorgt werden müssen, dann kann es hilfreich sein, sich eine dritte Meinung anzuhören – entweder von einem Menschen, den Sie kennen und dem Sie vertrauen, oder vielleicht auch von einer Beratungsstelle, wo Sie sich anonym und vertraulich unterstützen lassen können. Und Sie können ihrem Kind einen Kontakt empfehlen, wo es sich seinerseits Unterstützung holen kann.

Fragen zu Babies und Kleinkindern

Auch wenn Sie viele schöne Momente mit Ihrem Baby oder Kleinkind erleben, mag es manchmal auch Schwierigkeiten im Alltag geben. Ein Baby oder Kleinkind verändert das Familienleben und erfordert viel Aufmerksamkeit. Es kann seine Bedürfnisse selbst nicht bzw. nur eingeschränkt artikulieren. Eltern können sich mit Situationen überfordert fühlen oder verunsichert darüber sein, wie sie angemessen reagieren sollen. Häufig stellen sich auch Fragen zur altersgerechten Entwicklung. Bei vielen Fragen kann es hilfreich sein, sich eine dritte Meinung anzuhören – entweder von einem Menschen, den Sie kennen und dem Sie vertrauen, oder vielleicht auch von einer Beratungsstelle, wo Sie sich anonym und vertraulich unterstützen lassen können.

Erziehungsprobleme bei kleinen Kindern/Schulkindern

Wir möchten, dass sich Kinder zu selbstständigen Menschen entwickeln und ihren alltäglichen Aufgaben gewachsen sind. Häufig zeigen sich in Familien trotz aller Bemühungen aber Herausforderungen, die Eltern überfordern. Es können sich Verhaltensweisen bei den Kindern zeigen, auf die Eltern mit Unsicherheit oder Hilflosigkeit reagieren, z.B. Aggressionen gegen sich und andere, Verweigerungen von Aktivitäten, das sich Zurückziehen von Anderen. Bei solchen oder ähnlichen Fragen kann es hilfreich sein, sich eine dritte Meinung anzuhören – entweder von einem Menschen, den Sie kennen und dem Sie vertrauen, oder vielleicht auch von einer Beratungsstelle, wo Sie sich anonym und vertraulich unterstützen lassen können.

Erziehungsprobleme bei Jugendlichen/Pubertätskonflikte

Teenager hinterfragen gerne, was ihre Eltern/Lehrer/Vorgesetzte ihnen vorschreiben wollen. Sie scheinen in dieser Zeit auch eine besondere Gabe zu besitzen, insbesondere Eltern zur Weißglut zu treiben, sei es durch „Ungehorsam“, „Faulheit“ oder „Frechheiten“. Häufig fühlen sie sich bevormundet. Einerseits wollen Eltern ihre Kinder unterstützen und beschützen, andererseits wollen und brauchen pubertierende Kinder zunehmend mehr Freiraum, um sich als selbstbestimmt und selbstwirksam erleben zu können. Der Balanceakt zwischen Kontrolle, Bevormundung und Vertrauen schenken ist fragil. Darum kann es bei vielen Fragen hilfreich sein, sich eine dritte Meinung anzuhören – entweder von einem Menschen, den Sie kennen und dem Sie vertrauen, oder vielleicht auch von einer Beratungsstelle, wo Sie sich anonym und vertraulich unterstützen lassen können. Machen Sie sich auch bewusst, dass auch Ihr Kind unter den Konflikten leidet und mit Unsicherheiten zu kämpfen hat. Manchmal nehmen Jugendliche Rat von außen leichter an als von den eigenen Eltern, besonders wenn die Konflikte sich schon hochgeschaukelt haben. Weisen Sie Ihr Kind darauf hin, dass es Anlaufstellen für Jugendliche gibt, wo ihnen zugehört wird und ihre Ängste und Probleme ernst genommen werden. Entsprechende Links finden Sie im Themenkreis ‚Kinder und Jugendliche‘.

Aufklärung der Kinder

Eines vorweg: Mit Ihrem Kind über Sexualität, Liebe und Verhütung zu reden, muss Ihnen nicht peinlich sein, auch wenn Sie so erzogen wurden und dieses Thema bei der Erziehung ausgesperrt wurde. Sie sollten vielmehr überlegen, was Sie Ihrem Kind antun, wenn es schlecht informiert durch die Pubertät stolpert.

Den richtigen Zeitpunkt für die Aufklärung der Kinder zu finden, ist nicht einfach: Nicht zu früh, um sie nicht zu überfordern, auch nicht zu spät, um liebevoll mit ihnen zu sprechen, bevor sie ihre ersten sexuellen Erfahrungen machen. Schön ist es, wenn Sie ihnen Partnerschaft, Liebe und Sexualität vorleben können.

Heute erfahren die Kinder in den sozialen Medien schon früh etwas über Liebe und Sexualität, manches nur in Bruchstücken, manches auch falsch. Wichtig ist dann vor allem, dass sie sich vertrauensvoll mit Fragen an Sie wenden können. Das sollte spätestens der Fall sein, wenn sich der eigene Körper in der Pubertät verändert. Es gibt für die Kinder keinen Grund, sich zu schämen und sich nicht offen mit Fragen über Sexualität, erste Liebe, Verhütung, Liebeskummer, Verzweiflung über Abweisung und anderes mehr an Sie zu wenden.

Aber vielleicht ist das Vertrauen zwischen Eltern und Kindern nicht so ausgeprägt, und diese trauen sich nicht, offen über manche dieser Themen zu sprechen, oder wissen nicht, an wen sie sich wenden sollen. Sie können sie dann zu einem Gespräch ermuntern, aber vielleicht hat auch dies keinen Erfolg. Wenn dies bei Ihnen der Fall ist, sollten Sie die Kinder nüchtern und ungezwungen in die Lage versetzen, sich bei seriösen Informationsquellen gründlich zu informieren oder Beratungsangebote zu finden, egal, ob bei Privatpersonen oder Beratungsstellen.

Das Internet ist voll von falschen oder unvollständigen Informationen, z. B. auf Frage-und-Antwort-Portalen oder in unmoderierten Foren und Chats. Den hier aufgelisteten Portalen und Beratungsstellen können Sie hingegen trauen und sie unbesehen an Ihr Kind weitergeben, z. B. Webseiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Suchmaschinen für Beratungsstellen in der Nähe auf loveline.de oder Liebesleben.de), pro familia oder Nummer gegen Kummer.

Besonders beherzigen sollte Ihr Kind aber einen Satz, ob es fragt oder nicht: Es gibt viele verschiedene Formen der Verhütung, sie haben alle eins gemein – sie funktionieren nur dann zuverlässig, wenn man sie richtig anwendet.

Aufmerksamkeit für Mediennutzung der Kinder

Warum ist es für Eltern wichtig, ein Auge auf die Mediennutzung ihrer Kinder zu haben? Auf der einen Seite fehlt die Zeit, die Kinder online sind oder vor dem Fernseher verbringen, für andere Aktivitäten wie Sport, sonstige Hobbies, Schulverpflichtungen, Freundschaften oder Familie. Auf der anderen Seite haben Eltern u. U. nur eine ungefähre oder keine Ahnung davon, mit welchen Inhalten ihre Kinder in Kontakt kommen.

Insbesondere während der coronabedingten Einschränkungen nahm die Mediennutzung insgesamt deutlich zu und ist seitdem in vielen Bereichen nicht signifikant zurückgegangen. Schon sehr kleine Kinder beobachten das Medienverhalten der Erwachsenen oder Geschwister und werden so mit der Attraktivität von Medien konfrontiert.
Steht die Mediennutzung zu sehr im Vordergrund, können sich Müdigkeit, Leistungsschwäche durch mangelnde Motivation, aber auch psychische Auffälligkeiten (z.B. verstärkte Aggressionen, Rückzug) bemerkbar machen.
Wenn Sie unsicher sind, ob die Mediennutzung ihrer Kinder bereits eine kritische Grenze erreicht hat (beim Umfang oder den Inhalten), oder einfach Fragen zum Umgang mit diversen Medien haben, kann es hilfreich sein, sich eine dritte Meinung anzuhören, sich zu informieren – oder vielleicht auch eine entsprechende Beratungsstelle zu kontaktieren, wo Sie sich anonym und vertraulich unterstützen lassen können.

Mein Kind kommt in der Schule nicht mit/Leistungen lassen nach

Anfangs vielleicht Begeisterung – endlich ein Schulkind sein. Aber Schule kann für Kinder und Eltern auch eine unglaubliche Strapaze werden, zum Beispiel, wenn die Kinder keine Lust auf das Lernen haben, sich verweigern oder einfach das Gefühl haben, nicht mehr mitzukommen. Viele Eltern fühlen sich hilflos, wenn ihr Kind plötzlich lustlos und überfordert oder einfach unglücklich aus der Schule kommt, sich zurückzieht und nichts erzählen will. Was kann man tun, wenn das Kind in der Schule nicht zurechtkommt? Sie können sich mit anderen Eltern und den Lehrern austauschen. Insbesondere Lehrer sollten wissen, wie es dem Kind in ihrem Fach geht. Darüber hinaus kann es hilfreich sein, sich mit Beratungsstellen in Kontakt zu setzen, um sich Unterstützung zu holen.

Wenn Sie spüren, dass Ihr Kind sehr unter der Schulsituation leidet, kann es auch sinnvoll sein, sich fachärztliche bzw. therapeutische Hilfe zu holen. Die alltägliche Schulsituation kann für manche Kinder mit großer Angst besetzt sein: Entweder aus Leistungsangst, also der Sorge vor unerfüllbaren Leistungsanforderungen. Oder aber aus sozialer Angst (soziale Phobie), die mit Scheuheit im Sozialkontakt zum Beispiel mit Mitschülern oder Lehrern einhergeht. Wenn die tägliche Schulpflicht psychische und psychosomatische Reaktionen (z.B. Kopf- oder Bauchschmerzen) hervorruft, spricht man von Schulangst. Jeder fünfte Schüler in Deutschland soll unter Schulangst leiden.

Mein Kind schwänzt die Schule

Auch wenn Kinder das vielleicht anders sehen – Schule schwänzen ist kein Kavaliersdelikt und kann Schüler/-innen, aber auch die Eltern in schwierige Situationen bringen. Es hat nicht nur Einfluss auf die Zeugnisse (Fehltage) und ggf. auf die Noten. Wenn Erziehungsberechtigte der Einhaltung der Schulpflicht ihrer Kinder nicht nachkommen, kann dieses nach dem Gesetz über Ordnungswidrigkeiten mit einer Geldbuße geahndet werden.

Aber was sind die Gründe für das Schwänzen (Unlust, Schulangst, Verweigerung)? Und wie können Eltern damit lösungsorientiert umgehen? In jedem Fall können sich Eltern mit anderen Eltern und den zuständigen Lehrer/-innen austauschen. Insbesondere die Lehrer/-innen sollten wissen, wie es dem Kind in ihrem Fach geht. Darüber hinaus kann es hilfreich sein, sich mit Beratungsstellen in Kontakt zu setzen, um sich Unterstützung zu holen.

Mein Kind wird gemobbt

Leider gehört Mobbing zu den schlimmen Situationen, denen auch Kinder zunehmend ausgesetzt sind. Die starke Nutzung von Social Media hat diesem Thema einen deutlichen Schub verlieren. Aber auch offline scheinen die Hürden, Kindern und Jugendlichen das Leben schwer zu machen, gesunken zu sein. Da wird für manche Kinder und Jugendliche der Schulbesuch zum Spießrutenlauf – und anders als früher sind sie durch die sozialen Medien auch zu Hause nicht vor Anfeindungen geschützt. Geredet wird darüber oft nicht, weil Scham und Hilflosigkeit seitens der Opfer damit verbunden sind. Die Kurz- und Langzeitfolgen sind gravierend. Kinder und Jugendliche sind verängstigt, ziehen sich immer mehr zurück und können unter sich zunehmenden depressiven Symptomen leiden. Es gibt zahlreiche Optionen für Eltern (und für die Kinder und Jugendlichen ebenso,) sich hier durch professionelle Beratung Unterstützung zu holen.

Probleme mit den Lehrern / Lehrerinnen

Niemand ist perfekt: Lehrkräfte nicht, Sie nicht – und Ihr Kind nicht. Es gibt Lehrerinnen und Lehrer, die besser nicht unterrichten sollten, aber die ganz überwiegende Mehrheit ist gut ausgebildet, engagiert und motiviert. Das Problem an den meisten deutschen Schulen besteht darin, dass sie unzureichend ausgestattet sind, es zu wenig Lehrpersonal und soziale Dienste gibt, die Klassen überbesetzt sind und sie mit immer neuen Problemen konfrontiert sind wie der Integration von Flüchtlingen sowie neuen Lehrplänen. Daran sollten Sie denken, wenn es Probleme mit der Schule gibt. Das ist nicht leicht, wenn Sie sich Sorgen um Ihr Kind machen, aber es kann helfen, ein Problem verständnisvoll und nüchtern anzugehen. Im Prinzip sollten Eltern und Lehrkräfte Partner sein.

Es ist gut, regelmäßig an Elternabenden und Elternsprechtagen teilzunehmen (meist können Sie auch eine Vertretung schicken).Dies verschafft Ihnen einen Einblick in viele Aspekte der Klasse Ihres Kindes, oft ist es auch möglich, einmal bei einer Unterrichtsstunde zu hospitieren. Ein großes Problem ist, dass viele Eltern heute die Erziehung ihres Kindes aus Zeitgründen in die Schule verlagern wollen. Dies kann Lehrkräfte überfordern – die Kinder spielen Lehrkräfte und Eltern gegeneinander aus.

Mobbing und Diskriminierung sind durch die sozialen Medien ungleich stärker geworden, teils wird mit Drogen gehandelt, Gewalt an Schulen hat zugenommen. Darauf sollten Sie sich als Eltern einstellen und – auch wenn es nicht einfach ist – bei Diskussionen gelassen und sachlich bleiben. Ganz gleich, um welches Thema es sich handelt, Sie sollten gut vorbereitet und sachlich sein, nicht schimpfen, nicht beleidigen, nicht mit einer höheren Stelle drohen und sich die Argumente der Lehrkraft anhören. Falls diese Ihnen nicht ausreichen, bitten Sie um weitere Infos. Sind diese nicht befriedigend, können Sie sich immer noch an eine höhere Instanz wenden, z. B. an die Schulleitung.

Zu einigen häufigen Problempunkten: Wird Ihr Kind in der Schule gemobbt, diskriminiert, geschlagen oder anderweitig misshandelt, sollten Sie mit der Lehrkraft darüber reden und darum bitten, es in der Klasse anzusprechen, gegebenenfalls auch im Kollegium. Sie werden vermutlich keine direkte Antwort erhalten, da erst weitere Informationen eingeholt werden müssen. Sie sollten in einer angemessenen Zeit einen neuen Termin vereinbaren. Sie können zudem überlegen, das Thema beim nächsten Elternabend anzusprechen. Zudem sollten Sie mit Ihrem Kind beratschlagen, wie es sich gegen derartige Anwürfe gewaltfrei zur Wehr setzen kann.

Es kann sein, dass Ihr Kind sich von einer Lehrerin / einem Lehrer schlecht behandelt fühlt. Sie sollten die Lehrkraft höflich direkt darauf ansprechen. Es ist möglich, dass Sie eine befriedigende Erklärung erhalten oder einen guten Kompromiss aushandeln. Ansonsten sollten Sie sich an eine höhere Instanz wenden.

Es kann auch sein, dass die Leistungen Ihres Kindes im Unterricht nicht hinreichend gewürdigt werden, es zu schlechte Noten erhält. Sie sollten fragen, nach welchen Kriterien beurteilt wird, aber auch, ob es Vorschläge für die Verbesserung der Leistung gibt. Auch hierbei tun Sie sich und Ihrem Kind einen Gefallen, wenn Sie im Detail gut vorbereitet sind, die Debatte höflich und sachlich führen. Allgemeinplätze müssen Sie nicht akzeptieren, Sie sollten dann nach etwas Konkretem fragen.

Ein Thema, das manche Menschen ungern ansprechen, ist die Finanzierung von mit der Schule zusammenhängenden Dingen, z. B. Schulausflügen. Sie sollten sich gegebenenfalls nicht scheuen, die Klassenlehrerin / den Klassenlehrer darauf anzusprechen. Es gibt Fördertöpfe, z. B. vom Schulverein oder dem Schulträger, die Ihrem Kind helfen und verhindern, dass es sich ausgegrenzt fühlt. Charme ist fehl am Platz – es geht um Ihr Kind.

Die Frage, auf welche Schule das Kind künftig gehen soll, ist kompliziert. Gelegentlich unterscheiden sich die Vorstellungen der Eltern von denen der Lehrkräfte. Die Gründe hierfür sollten in der Schule ausführlich diskutiert werden, Sie sollten sich nicht abspeisen lassen. Schlägt die Schule einen höheren Schulabschluss für Ihr Kind vor als Sie es für nötig halten, sollten Sie diesem Vorschlag folgen – das Argument, Ihr Kind brauche diesen Schulabschluss für den von Ihnen vorgesehenen Beruf nicht, ist kurzsichtig und nicht zukunftsweisend. Möchten Sie einen höherwertigen Schulabschluss als von der Schule vorgeschlagen, so ist dies, wenn es die Landesgesetze zulassen, Ihr gutes Recht. Sie sollten aber bedenken, dass viele Kinder, die von der alten Schule nicht so hoch eingeschätzt wurden, in den ersten zwei Jahren in der höheren Schule scheitern – wollen Sie Ihrem Kind ein solch eventuelles Scheitern mit allen psychischen Folgeschäden zumuten? Das Schulsystem ist in Deutschland glücklicherweise mittlerweile sehr durchlässig, Ihr Kind könnte also, falls es sich bewährt, auch später auf die weiterführende Schule wechseln. Dies gilt natürlich auch, wenn Sie einen Schulabschluss wollen, der niedriger ist als von der Schule vorgeschlagen.

Partner/in ist drogen-/alkoholabhängig

Sucht betrifft nicht nur Suchtkranke selbst, sondern auch alle, die ihnen nahestehen. Natürlich macht man sich Sorgen um Gesundheit und Leben der Betroffenen. Aber oft fühlt man auch Wut und Enttäuschung, oder gibt sich selbst oder auch anderen die Schuld an der Sucht. Nicht selten bedeutet das Suchtverhalten auch nicht nur eine immense emotionale, sondern auch finanzielle Belastung für die Familie, z. B. wenn Spielschulden auflaufen, teure Drogen finanziert werden müssen, oder der/die Betroffene nicht mehr voll arbeitsfähig ist.

Nicht selten entsteht aus der Sorge, aus dem Bedürfnis, zu helfen, aber auch aus Scham und Hilflosigkeit eine sogenannte Co-Abhängigkeit, die das eigene Leben erheblich belasten kann. Eigene Bedürfnisse werden zurückgedrängt, das Leben dreht sich irgendwann fast ausschließlich um die Sucht des/der anderen.

Unter Co-Abhängigkeit versteht man verschiedene, meist gut gemeinte aber letztlich für all Beteiligten schädliche Verhaltensweisen.

Oft beginnt es damit, dass Familienangehörige (oder auch Freund:innen oder) Kolleg:innen dabei helfen, die Sucht vor anderen zu verheimlichen, Leistungsdefizite auszugleichen, Fehlzeiten zu entschuldigen und Aufgaben zu übernehmen. Der oder die Kranke werden vor den Konsequenzen der Sucht quasi abgeschirmt – was die Bereitschaft zum Ausstieg verzögern oder sogar verhindern kann.

Besonders betroffen sind Kinder aus Haushalten von Suchtkranken: Unter Umständen geraten sie schon früh in die Co-Abhängigkeit. Sie versuchen bewusst oder unbewusst den süchtigen Elternteil zu schützen; übernehmen Aufgaben, die sie überfordern; schämen sich, über die Zustände zu Hause zu reden. Dieses Verhalten kann auch im späteren Leben Beziehungen überschatten und zu psychischen Problemen oder auch zu Suchterkrankungen führen.

Zur Co-Abhängigkeit kann auch gehören, dass Entschuldigungen für die Sucht gesucht werden – z. B. eine schwierige Lebenssituation, Jobverlust, eine schwere Kindheit, eine schmerzhafte Krankheit, Depressionen etc. Auch wenn diese Faktoren durchaus zum Ausbruch einer Suchterkrankung beitragen können, darf das Mitgefühl keineswegs soweit gehen, dass die Sucht als quasi zwangsläufige Folge gesehen wird. In manchen Fällen versorgen Co-Abhängige die Süchtigen sogar mit ihren Suchtmitteln, oder sie ertragen Gewaltausbrüche unter Drogen-/Alkoholeinfluss, ohne sich entsprechend zu wehren.

Ein weiteres Verhaltensmuster kann sein, die Bekämpfung der Sucht zum eigenen Lebensinhalt zu machen: zu versuchen, den oder die Suchtkranke/n zu kontrollieren, zur Abstinenz zu zwingen, Drogen oder Alkohol zu verstecken/zu vernichten. Rückfälle werden zu eigenen, belastenden Misserfolgen, harte Konflikte bleiben meist nicht aus.

Co-Abhängigkeit kann krank machen – psychisch und körperlich. Und sie hilft dem/der Süchtigen nicht: Aus der Sucht kann sich nur befreien, wer diese als Krankheit erkennt und aus eigenem Willen versucht, sie zu überwinden.

Es ist wichtig, dass Sie als Angehörige die Kontrolle über Ihr eigenes Leben behalten bzw. zurückgewinnen – und dass gegebenenfalls die Kinder von Suchtkranken vor der Co-Abhängigkeit geschützt werden. Eventuell kann das auch eine (räumliche) Trennung notwendig machen. Nicht Sie sind verantwortlich für das Suchtverhalten und den Ausstieg aus der Sucht, sondern der/die Betroffene selbst. Das heißt nicht, dass Sie einen geliebten Menschen „im Stich lassen“ müssen – aber eine gesunde Distanz ist durchaus nötig, um letztlich den Weg aus der Sucht zu unterstützen. Co-abhängiges Verhalten bekämpft die Sucht nicht, im schlimmsten Fall fördert sie sie sogar.

Unterstützung finden Sie bei Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen für Angehörige und Freund:innen von Suchtkranken. Unter Umständen ist auch eine psychotherapeutische Behandlung angeraten.

Partner/-in ruiniert uns finanziell

Wenn Sie das Gefühl haben, Ihre Partnerin / Ihr Partner ruiniert Sie finanziell, sollten Sie sich zunächst einen finanziellen Überblick verschaffen und mit der anderen Seite darüber reden. Vielleicht stellt sich heraus, dass alles in Ordnung ist. Vielleicht bestellt aber tatsächlich eine gravierende finanzielle Schieflage. Hierfür kann es mehrere Gründe geben, denen Sie auf unterschiedliche Weise begegnen sollten.

Es kann sein, dass Sie über Ihre finanziellen Verhältnisse gelebt haben oder eine wichtige Einnahmequelle weggefallen ist, Sie sich jetzt einschränken, die andere Seite weiter auf großem Fuße lebt. In diesem Fall ist ein klärendes Gespräch umso wichtiger, lassen Sie sich auf Argumente nicht ein wie Du willst es doch auch, ich tue es für unser Kind oder was sollen die Nachbarn denken. Vermutlich ist der Besuch einer Schuldnerberatungsstelle notwendig. Falls immer noch keine Einsicht besteht, ist eine Trennung ins Auge zu fassen.

Es kann auch sein, dass Ihr Partner / Ihre Partnerin süchtig ist. Spiel- und Kaufsucht lassen sich eventuell durch Therapien oder andere Maßnahmen beheben oder zumindest mildern – z. B. durch das Herbeiführen einer Sperrung in den umliegenden Kasinos oder das Sperren von Kreditkarten. Bei Drogen- und Alkoholsucht ist ein Entzug nötig, der nur Erfolg verspricht, wenn die Betroffenen dahinterstehen. Vergessen werden sollte nicht, dass Süchtige findig sind, in ihrer Verzweiflung auch lügen und betrügen. Es ist ein mühsamer Weg.

Eine ungern genutzte und recht komplizierte Möglichkeit, Ihre Partnerin / Ihren Partner daran zu hindern, maßlos Geld auszugeben, ist die gesetzliche Betreuung in Finanzfragen. Sie stellt einen gravierenden Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen dar. Gelegentlich stimmen diese zu, weil sie nicht wissen, wie sie sonst aus ihrer Sucht und / oder der finanziellen Notlage herauskommen. Ansonsten müssen Sie sehr starke Argumente haben und beweisen, dass die Gegenseite in keiner Weise in der Lage ist, mit Geld umzugehen und sich damit selbst gefährdet.

Es kann letztlich zu einer Trennung kommen, und Sie haben eventuell umfangreiche Schulden. Das ist zunächst ein harter Schlag für Sie, aber Sie sollten daran denken, dass Ihnen die Privatinsolvenz die Möglichkeit bietet, in wenigen Jahren schuldenfrei zu werden. Dieser Weg steht Ihnen natürlich auch offen, wenn Sie zusammenbleiben – er macht aber nur Sinn, wenn die Gegenseite ihr Verhalten grundlegend ändert.

Ein Haushaltsmitglied ist schwer erkrankt / behindert

Wenn ein Ihnen nahestehender Mensch akut schwer erkrankt, chronisch krank oder behindert ist, ist das eine große seelische Belastung für den betroffenen Menschen selbst und ebenso für Sie, besonders, wenn Sie noch jung sind und es die Eltern, Großeltern, Geschwister oder beste Freunde / Freundinnen betrifft. Dies kann für beide zu erheblichen Lebenskrisen führen.,

Für Sie ist zunächst nötig, sich gründlich über die Krankheit / Behinderung zu informieren. Das kann auf Übersichtsseiten wie gesund.bund.de geschehen, später auf Seiten, die auf die entsprechenden Krankheiten bzw. Behinderungen spezialisiert sind. Als nächstes sollten Sie überlegen und sich mit anderen austauschen, wie die erkrankte / behinderte Person mit der Situation umgeht.

Manche Menschen kommen mit schweren Krankheiten – ob plötzlich auftretend oder chronisch – und Behinderungen relativ gut zurecht, bei anderen führen diese zu schweren Lebenskrisen. Ähnliches trifft auf die Angehörigen zu. Einige dieser Krisen gehen vorbei, andere begleiten den Menschen das ganze Leben. Wie lange sie dauern, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Bei einer Krebserkrankung z. B. kann die Krise bei einigen nach der Operation und der Therapie langsam abklingen, bei anderen sorgen die seelischen Belastungen der regelmäßigen Nachsorgeuntersuchungen (entwickelt sich wieder neue Krebszellen?) für ein längeres Andauern der Krise.

Wie nun mit Rat und Hilfe reagieren? Das hängt einerseits von Ihnen ab, andererseits davon, wie und in welchem Umfang die / der Betroffene darauf reagiert. Eines aber sollte immer klar sein: Die Betroffenen (wenn sie dazu in der Lage sind) entscheiden selbst, ob und in welchem Umfang sie Ihren Rat und Ihre Hilfe annehmen. Unterschiedliche Ansichten darüber und permanenter Streit können bei Ihnen zu schweren seelischen und körperlichen Belastungen führen und damit zu einer Verschärfung der Krise bei Ihnen.

Betroffene erwarten teils sehr viel von Ihnen. Möglicherweise könnten sie einige Dinge selbst erledigen und würden, sofern Sie es machen, einen Teil ihrer Selbstständigkeit verlieren – das sollten Sie deutlich machen. Auf der anderen Seite besteht die große Gefahr, dass Sie sich überfordern. Sie sollten Ihre Grenzen erkennen, gegebenenfalls auf warnende Worte von anderen hören und sie befolgen. Alles selbst zu erledigen, ist nicht immer richtig, man kann auch Dienstleistungen in Anspruch nehmen, z. B. die der Pflegedienste. Einen guten Überblick über Unterstützung zu Hause finden Sie auf der Webseite der Caritas.

Ein großes Problem ist auch, übermäßige und unnötige Bescheidenheit der Betroffenen zu erkennen, nachzufragen und gegebenenfalls noch einmal. Die richtige Einschätzung der Betroffenen und der eigenen Kräfte ist ein unglaublich großes Problem. Dazu kommt, dass man in manchen Stress-Situationen den angemessenen Ton nicht findet – aber dafür kann man sich später entschuldigen. Die Kommunikation spielt ohnehin eine wesentliche Rolle im Verhältnis zwischen Betroffenen und Helfenden: Einerseits sollten die Helfenden freundlich, fürsorglich und nicht übergriffig sein, andererseits können sie erwarten, dass die Betroffenen ihnen gegenüber nicht übermäßig unfreundlich und rüde sind. Das ist manchmal bei Krankheiten wie Demenz der Fall oder der jeweiligen Situation geschuldet. Sie können das Gespräch darüber suchen. Wenn sich die Betroffenen später entschuldigen und sich vielleicht bedanken, ist es schön, aber es passiert nicht immer und verstärkt die seelische Belastung der Helfenden.

Nachfolgend einige Tipps und Ratschläge, mit denen Sie den Betroffenen (und Ihnen selbst) vielleicht helfen können, wenn diese nicht ohnehin bekannt sind:

Oft ist eine Psychotherapie für die Herstellung des seelischen Gleichgewichts in Krisensituationen notwendig. – häufig ist die Wahrnehmung von Vertrauenspersonen besser als die eigene. Das gilt gegebenenfalls auch für Sie, es ist nicht einfach, den Überblick zu behalten. Sie müssten einen solchen Vorschlag den Betroffenen gegenüber sensibel und vorsichtig vorbringen, weil sie dies oft als Angriff verstehen.

Sie sollten Betroffene – und sich selbst – bitten, sich nicht zu scheuen, Krisentelefone wie die Telefonseelsorge oder andere Beratungs- und Anlaufstellen zu nutzen. Selbsthilfegruppen bieten ebenfalls eine gute Möglichkeit, die Sorgen ähnlich Betroffenen mitzuteilen und sich mit ihnen über Erfahrungen auszutauschen. Es gibt diese Selbsthilfegruppen auch für Angehörige von erkrankten und behinderten Menschen. Auf den Webseiten der NAKOS und der BAG Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung und deren Angehörige finden sich hierfür gute Adressen.

Es kann sein, dass Menschen durch die schwere Krankheit oder Behinderung Probleme am Arbeitsplatz haben oder arbeitslos geworden sind. Hierüber sollten sie mit der Arbeitsagentur sprechen, die viele Hilfsmöglichkeiten anzubieten hat, z. B. Eingliederungshilfen oder Unterstützung bei Umschulungsmaßnahmen. Wenn sie einen Arbeitsplatz und dort Probleme haben, hat meist der Betriebsrat (wenn es den gibt) oder die zuständige Kammer (z. B. Handels- oder Handwerkskammer) ein offenes Ohr für die Betroffenen. Ähnliches gilt für pflegende Angehörige, wenn sie z. B. die Arbeitszeit reduzieren müssen.

Vielfach haben die Betroffenen durch lange Erkrankungen oder Behinderung finanzielle Einbußen, die die Krise noch verschärfen. Das kann bei Ihnen z. B. durch Arbeitszeitreduzierung für die Pflege auch passieren und verringert das Haushaltsbudget weiter. Die staatlichen Leistungen wie Hilfe zum Lebensunterhalt und das Bürgergeld sichern allerdings nur das Existenzminimum. Sie sollten aber die Kranken- und Pflegekasse sowie das Sozialamt nach weiteren finanziellen Hilfen fragen.

Wenn die Betroffenen noch keinen besitzen, sollten sie einen Schwerbehindertenausweis beantragen, dadurch können sie eventuell Steuern sparen. Möglicherweise kommt auch ein Pflegegrad für sie infrage, dieses sollten sie mit dem Arzt oder der Ärztin besprechen – vielleicht können Sie auch davon profitieren, zum Beispiel durch das Pflegegeld.

Wenn die Betroffenen und Sie noch keine Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht haben, sollten Sie sich darum kümmern. Dies hilft Ihnen zwar in der aktuellen Krise nicht, könnte aber für Sie und Ihre Angehörigen hilfreich sein, wenn die Krankheitssituation sich verschlechtert.

Mein Partner/Meine Partnerin braucht psychologische Hilfe

Etwa jeder dritte Mensch in Deutschland leidet innerhalb eines Jahres an psychischen Erkrankungen oder Störungen. Wenn Ihre Partnerin / Ihr Partner von solchen Störungen oder Erkrankungen betroffen ist und Hilfe benötigt, ist dies traurig, aber Sie sind nicht allein. Es gibt gute Therapien für die Betroffenen, aber auch Hilfe für Sie.

Eines vorweg: Auch noch so gute Infos im Netz können den Besuch bei einer Ärztin / einem Arzt nicht ersetzen. Sie können sich im Netz umfassend informieren und Ihrem Partner / Ihrer Partnerin hilfreich zur Seite stehen, aber wenn Sie den Verdacht auf eine psychische Störung haben, sollten Sie keinesfalls den Versuch einer Selbsttherapie machen. Gerade bei psychischen Erkrankungen sind fachkundige Diagnosen und Therapien unbedingt nötig.

Psychische Erkrankung ist ein Sammelbegriff für zahlreiche Krankheitsarten, die meist nicht sichtbar sind, sich teils in Verhaltensauffälligkeiten zeigen. Häufig ist es deshalb schwer, den Betroffenen / die Betroffene zur Einsicht zu bewegen, dass eine psychische Störung besteht, ein Arztbesuch sowie eine anschließende Behandlung dringend erforderlich sind. Bekannte psychische Störungen / Erkrankungen sind z. B. Depressionen, Angststörungen, Essstörungen, mit Alkohol- und Drogenabhängigkeit zusammenhängende Störungen, bipolare Störungen, Demenz, Schizophrenie, posttraumatische Belastungsstörungen oder ADHS – dies ist ein kleiner Ausschnitt der langen Liste der Erkrankungen.

Die Krankheiten / Störungen können leicht oder schwer sein, nur wenige Wochen oder viele Jahre andauern, das Berufs- und Privatleben stark beeinträchtigen oder unauffällig sein, heilbar oder nur behandelbar. Worauf Sie sich im konkreten Einzelfall einstellen müssen, erfahren Sie, wenn die Diagnose vorliegt.

Seriöse und geprüfte Infos zu zahlreichen psychischen Erkrankungen finden Sie z. B. auf der Webseite des Gesundheitsministeriums. Umfangreiche und gute Infos zu vielen psychischen Problemen erhalten Sie auch auf der Webseite netdoktor.de (kommerzieller Anbieter). In der Regel gibt es dabei Angaben zu Definition, Häufigkeit, Ursachen, Symptomen, Beeinträchtigung, Diagnostik, Therapien sowie Auswirkungen auf den Alltag. Einen guten Überblick über Persönlichkeitsstörungen finden Sie auf der Seite der Neurologen und Psychiater im Netz.

Behandelt werden psychische Erkrankungen durch Medikamente, Psychotherapie oder eine Kombination beider. Psychotherapie umfasst mehrere Formen, die wiederum jeweils unterschiedliche Ansätze haben. Am bekanntesten sind die systemische Therapie (bezieht das Umfeld der Patientin / des Patienten ein), die Verhaltenstherapie und die tiefenpsychologisch fundierte Therapie (eine Weiterentwicklung der durch Sigmund Freud geprägten Psychoanalyse). Daneben gibt es z. B. die Gesprächstherapie, die Kunsttherapie oder die Paartherapie. Welche Therapieform gewählt wird, wird zumeist anhand der Diagnose entschieden. Gelegentlich werden die Ziele der Therapie nicht erreicht, wie bei Medikamenten kann es unerwünschte Nebenwirkungen geben, allerdings weniger als bei diesen.

Eine erhebliche Belastung besteht auch für Sie. Kräftezehrend ist, mit der psychischen Erkrankung Ihres Partners / Ihrer Partnerin liebevoll und sorgsam umzugehen, eventuelle Gefühlsausbrüche zu ertragen, die Einschränkungen im sozialen und familiären Leben und andere Folgen hinzunehmen und die Kinder zu bitten, dies auch zu tun. Dazu gehören eventuell auch finanzielle Einschränkungen, wenn der Partner / die Partnerin zumindest teilweise den Beruf nicht mehr ausüben kann. Es wäre gut, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen, spätestens dann, wenn die Diagnose feststeht und Sie eine spezielle Gruppe wählen können. Heute ist es nicht mehr zwingend, dass diese Gruppe vor Ort ist, viele sind über das Internet, soziale Medien oder Whatsapp erreichbar. Hier können Sie Ihrer Verzweiflung Ausdruck geben, vielleicht auch Erfreuliches hören und sagen, sich mit anderen austauschen, was zu tun und was zu lassen ist, vielleicht auch Zuversicht gewinnen. Wenn die Störung / Krankheit über längere Zeit andauert, sollten Sie vielleicht eine eigene Psychotherapie oder eine Reha ins Auge fassen. Die eigenen Kräfte sind nicht unendlich, man überschätzt sie oft.

Aufgrund der psychischen Erkrankung kann es sein, dass der Beruf nur unzureichend oder nicht ausgeübt werden kann, dass eine längere Krankschreibung erfolgt. Ist man längere Zeit krank gewesen (6 Wochen am Stück oder mindestens 6 Wochen in den vergangenen 12 Monaten), besteht fast ausnahmslos ein Recht auf betriebliche Wiedereingliederung (im Wesentlichen im Sozialgesetzbuch – SGB IX – verankert). Formal wird die Eingliederung im betrieblichen Eingliederungs-Management BEM geregelt. Eine häufig genutzte Maßnahme ist die stufenweise Wiedereingliederung (sog. Hamburger Modell). Sie soll Betroffene schrittweise an die volle oder zumindest teilweise Arbeitsbelastung heranführen (daneben sollte die Betriebsleitung den Betroffenen möglichst einen adäquaten Arbeitsplatz bieten).

Mein Kind ist schwer erkrankt / chronisch krank / behindert

Ein sehr krankes bzw. behindertes Kind in der Familie kann das eigene Leben von heute auf morgen oder schleichend auf den Kopf stellen – Liebe, Sorgen, Verzweiflung und oft auch körperliche Belastungen.

Natürlich sollte man sich über die Krankheit / Behinderung gründlich informieren. Dafür gibt es im Internet Überblicks- und zahlreiche Spezialseiten. Einen guten, seriösen und sehr informativen Überblick bietet das Portal gesund.bund.de des Gesundheitsministeriums. Nicht alle Seiten sind seriös, Sie sollten nie Ihren gesunden Menschenverstand vergessen.

Positiv ist ebenfalls der Austausch mit Selbsthilfegruppen, mit denen Sie auch über spezielle Erkrankungen und Behinderungen sprechen können. Es gibt sie auch für Eltern von erkrankten / behinderten Kindern. Mit diesen können Sie über Ihre Sorgen, Erfahrungen und hoffentlich positive Erlebnisse reden und fühlen sich, selbst wenn Sie alleinstehend sind, nicht allein. Daneben sollten Sie sich nicht scheuen, die Angebote von Hilfetelefonen zu nutzen, wenn Sie in Not oder verzweifelt sind, z. B. die Telefonseelsorge.

Um die Krise nicht größer werden zu lassen, sollten Sie möglichst Hilfsangebote annehmen, Ihre Kräfte sind nicht unendlich, und häufig ist es schwierig, die eigenen Grenzen zu erkennen. Es kann sein, dass Ihre seelische Belastung bereits so groß ist, dass Sie professionelle psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen sollten.

An praktischen Hilfen könnten Sie z. B. die Pflegedienste oder andere Hilfen zu Hause nutzen. Falls Ihr Kind einen Pflegegrad hat, wäre dies leichter. Sie sollten sich bei Ihrer Krankenkasse darum kümmern. Sie könnten auch die Familienzeit in Anspruch nehmen, wenn die Voraussetzungen gegeben sind.

Es ist gut, offen mit der Schule oder der Kita über die Probleme Ihres Kindes zu sprechen – es hat einen Anspruch auf Inklusion. Allerdings werden Sie vermutlich oft Ihr Kind trösten müssen, wenn es wegen seiner Einschränkungen von anderen Kindern gehänselt worden ist – Kinder sind oft grausam.

Problematisch kann es sein, wenn Sie mit einer Partnerin / einem Partner über die Behandlung des Kindes uneins sind – wenn Sie sich nicht doch noch einigen, nehmen Sie möglichst schnell eine Beratungsstelle in Anspruch. Wenn das kranke Kind Geschwister hat, ist es ohnehin eine schwierige Situation. Geschwister spüren die Sorgen der Eltern viel stärker, als diese vermuten. Reden Sie offen mit ihnen darüber, beziehen Sie sie mit ein, und vor allen Dingen zeigen Sie ihnen, dass Sie sie sehr lieben und immer ein offenes Ohr für sie haben. Wenn das nicht passiert oder Ihre Versprechungen nicht einhalten, haben Sie über kurz oder lang ein neues großes Problem.

Weitere Stichworte zum Thema

In den Bereichen Verhältnis zur Familie, Erziehungsfragen, Mediennutzung der Kinder, Schulprobleme und Gesundheitsprobleme in der Familie finden Sie neben den hier beschriebenen noch folgende Stichworte:

  • Wir beachten die Kinder nicht genug
  • Wir überfordern die Kinder
  • Mein Kind hilft zu Hause nicht
  • Mein Kind ist queer/lesbisch/schwul/bi/trans*/inter*
  • Überfürsorglichkeit/Helikoptereltern
  • Kindern Grenzen setzen
  • Gefahren im Internet
  • Schule: Mein Kind ist unterfordert / Mein Kind kann viel mehr
  • Mein Kind ist ‚faul‘
  • Mein Kind wird in der Schule diskriminiert
  • Kindergesundheit
  • Unser Kind hat psychische Störungen

Auch diese Stichworte werden ausführlich beschrieben. Sie finden dazu, wie bei allen Stichworten, kurz kommentierte Links.

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